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Gemeinde Sellin will mit Bauland Einwohner anlocken

Sellin Gemeinde Sellin will mit Bauland Einwohner anlocken

Peter Ahrend aus Sellin

Sellin. Nun wurde schon wieder ein neuer Beschluss der Gemeindevertretung gefasst, einen sogenannten Grundsatzbeschluss zur Entwicklung neuer Bauflächen. Im Protokollauszug vom 17.10.2017 ist zu lesen, dass die Gemeindevertretung die Entwicklung der Fläche am Weißen Steg befürwortet (Ostseeweg ausschließlich zu Dauerwohnflächen, Eigentumswohnungen und Mietwohnungen). Nun müssten jetzt bei den Einwohnern die Alarmglocken ganz laut läuten. Dieses hatte der Bürgermeister vor ein paar Jahren auch gesagt. Eine Bürgerinitiative scheiterte, angeblich hätten sie ihre Hausaufgaben nicht gemacht, so der Bürgermeister. Also wurden einfach mal so über 1000 Buchen gefällt und aus einem schönen Buchenwald Bauland geschaffen, zum Leid aller Naturliebhaber. In diesem Baugebiet sollten auch nur Dauerwohnflächen entstehen, leider ist das ganze Gegenteil die Wirklichkeit geworden.

Nun möchte das Gemeindeoberhaupt auch noch westlich und östlich der Wilhelmstraße die Waldflächen in Bauland umwandeln. Was brauchen wir auch noch grüne Flächen werte Gemeindevertreter in einem Ostseebad. Eine kleine katholische Waldkirche, welche seit Jahrzehnten umgeben von einem herrlichen Mischwald steht, kann in Zukunft von großen Häusern umgeben werden. Betoniert alles zu, ganz nach dem Motto: Nach uns die Sintflut. Die anwesenden, neun Vertreter votierten mit ja, keine nein Stimme, seltsam. Wacht auf und schaut in die Zukunft, wenn ihr noch lange Urlauber in dem einst schönen Ort haben wollt. Die Gemeinde Sellin baut Betonburgen, eine nach der anderen, ohne den Blick nach Westen zu richten. Ich zitiere Prof. Volker Rundshagen. Nach der Wende hatte MV noch einen Startvorteil gegenüber Schleswig-Holstein, dass mit seinen Hoteltürmen kein besonders gutes Image hatte. Doch inzwischen habe man im Westen stark aufgeholt. Es wird viel getan, um das Betonburgen-Image loszuwerden. Auch in Polen werde derzeit unter hohem Fördermitteleinsatz viel hochgezogen. Die Polen haben den Vorteil des niedrigen Preisniveaus, verbunden mit einer weitgehend unberührten Natur.

Hintergrund der Baulandsuche ist dringend benötigter Wohnraum für Einheimische sowie neue Einwohner, die sich in Sellin niederlassen sollen. Wir brauchen vor allem junge Familien im Ort, so dass Oberhaupt. Jetzt wo das Kind in den Brunnen gefallen ist, möchte man alles auf den Kopf stellen. Werte Volksvertreter, waren Sie in den letzten Jahren nicht anwesend oder wollten oder konnten Sie sich nicht mit diesem Thema beschäftigen? Dieser Slogan steht auf der Internetseite der Gemeinde Sellin: Das Ostseebad Sellin wird im Westen und Norden vom Küstenhochwald der Granitz umgeben. Große Teile des Gemeindegebietes gehören zum Biosphärenreservat Südost-Rügen.

Liebe Selliner Einwohner, verschließt nicht länger Eure Augen, lasst es nicht zu, dass dieser Ort seine wunderschöne Natur restlich verliert.

Peter Ahrend

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