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Leserbriefe Der Fleiß darf nur nicht fehlen
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10:05 31.08.2018
Wismar

Da ich nur das Abitur nach 13 Jahren persönlich kenne, kann ich über G8 nur spekulieren. Am besten wäre es, wenn sich erfahrene Lehrer, die G9 und G8 kennengelernt haben, dazu äußern. Wir hatten zu Beginn auch Samstags Unterricht. Rückblickend kann ich sagen, es blieb reichlich Freizeit und der Druck war zeitweise (Klausurenphase) und überschaubar.

In Bezug auf Steuererklärung, Wohnungssuche, etc.: Die Schule hat meiner Meinung nach nicht die Erziehung der Eltern zu übernehmen. Wenn ich Probleme mit meiner Steuererklärung hatte, habe ich meine Mutter gefragt. War das Fahrrad kaputt, hat mir mein Vater geholfen. Dafür sind Eltern schließlich auch da, um Erfahrungen des Alltags an ihre Kinder weiterzugeben. Dies kann und soll die Schule nicht leisten. Die Schule ist für das Vermitteln theoretischer Hintergründe und insbesondere das Gymnasium als Vorbereitung auf ein Studium gedacht. Und ja, auch wir haben uns damals gefragt: „Wann brauche ich eine Kurvendiskussion im realen Leben?“. Die Frage „Wozu muss ich das wissen?“ haben sich sicherlich schon meine Großeltern gestellt. Später wird man nicht alles brauchen, aber bei der Fülle an unterschiedlichen Lebens- und Berufswegen kann man den Lehrplan nicht an jeden Schüler persönlich anpassen. Etwas mehr zu wissen als man muss, das hat noch keinem geschadet. Schule ist Fleißarbeit und dazu gehört das Auswendiglernen. Erst müssen die Begrifflichkeiten und Zusammenhänge klar verstanden sein, bevor kritisches Denken überhaupt möglich wird!

Zur fortschreitenden Anspruchslosigkeit des Abiturs: Auch hier kann ich nur spekulieren, denn ich hatte bisher nur Einblick in meine Schulbildung. Was ich aber sagen kann ist: Ich bin der Meinung unser Bildungssystem muss so durchlässig wie möglich gestaltet sein. Elitedenken hat darin nichts verloren. Damit meine ich: Bildung muss für alle möglich sein, unabhängig von Elternhaus und der sozialen Hintergründe. Wissen und lernen müssen alle weiterhin das Gleiche, es gibt keine Extrawürste! Wer dies nicht leisten kann oder möchte, für den gibt es genug alternative und ebenfalls anspruchsvolle Bildungswege. Und diese stellen, im Gegensatz zum Eindruck vieler Eltern, keineswegs eine berufliche oder soziale Sackgasse dar. Zahlreiche Handwerker als Meister ihres Fachs können das bestätigen. Es darf nur der Fleiß nicht fehlen!

Stefan Nißen

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