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Leserbriefe Dreist
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01:13 06.02.2018
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Boizenburg/Bahlendorf

Mir kommen die Tränen, wenn ich diesen Artikel lese. Nicht aus Mitleid, sondern vor Wut über diese dreiste Forderung. Flüchtlinge bitten nicht um Wohnung, nein, sie fordern!!!

Ich bin ein Kriegskind, mit meinen Eltern und drei Geschwistern 1943 in Hamburg ausgebombt, zuerst bei Verwandten untergekommen und wenig später in für "Ausgebombte" sogenannte "Behelfsheime" untergebracht. Zwei Zimmer, von denen eines mit einem eisernen Ofen beheizbar war, ein Vorraum, in dem ein Kohleherd zur Verfügung stand, ein Plumpsklo draußen, das war´s für sechs Personen. Meine Geschwister und ich teilten uns zu zweit ein Bett. Wir hatten weder ein Badezimmer, noch fließend warmes Wasser. Die Winter in den vierziger und fünfziger Jahren waren eisig. Nachts sanken die Temperaturen in den Räumen unter Null Grad. Durch die einfach verglasten Fensterscheiben war wegen der bizarr geformten Eisblumen keine Sicht nach draußen möglich. Nahrung, Kleidung und Heizmaterial zu beschaffen, damit wir überleben konnten, bereiteten meinen Eltern unsägliche Mühe. Wir lebten in diesen Räumen ohne jeglichen Komfort, nicht drei und nicht fünf Jahre, sondern bis in die zweite Hälfte der fünfziger Jahre, mehr als fünfzehn Jahre. Heute sind die Flüchtlingsunterkünfte mit allem Komfort ausgestattet.

Worüber beschweren sich diese Flüchtlinge? Wie und wo haben sie früher gelebt? Sollten sie nicht froh sein, hier endlich in Frieden leben zu können, auch wenn die Wohnverhältnisse beengt sind? Sollten sie nicht dankbar dafür sein, auf Kosten unserer Gesellschaft freien Wohnraum, Nahrung, Kleidung und ärztliche Versorgung zu erhalten? Allerdings ist diese Rund-um-Versorgung sehr angenehm und absolut kein Ansporn, jemals wieder in die alte Heimat zurückzukehren.

Ich kenne Familien, die zu kämpfen haben, für ihre Kinder geeigneten Wohnraum zu finden, die aber nicht auf der Straße demonstrieren. Eine mir bekannte Familie mit drei Kindern kann sich vieles nicht leisten. Der dreizehnjährige Junge z. B. teilt sich mit seiner fünfjährigen Schwester ein kleines Zimmer. Mich erinnert das immer wieder an die Wohnverhält- nisse in meiner Kindheit. Doch die Migranten scheinen einen Anspruch auf eine Fünf-Sterne-Versorgung zu haben. Sie bitten nicht, sondern sie fordern das beste für sich. So eine Haltung lehne ich vehement ab.

Ich mache mir große Sorgen über die Entwicklung in diesem Land. Ich habe Angst vor der Zukunft, Angst um meine Mitbürger und meine Verwandten. Ich habe Angst um die Kinder und Enkel. Ich habe Angst vor der Überfremdung. Ein Land wie unser kann nicht die ganze Welt retten und nicht alle Menschen aus der ganzen Welt aufnehmen und versorgen, egal aus welchem Grund sie kommen. Das kann nur im Chaos enden. Der Kampf um Wohnraum ist schon entbrannt. Außer dem Kampf um Wohnung sind weitere Verteilungskämpfe u. a. um Arbeitsplätze, Nahrungsmittel usw. für die Zukunft schon vorprogrammiert. Anstatt die Flüchtlinge integrieren zu wollen, sollen sie, ist ihr Land sicher, in ihre Heimat zurückkehren.

Brigitte Pohlenz

Jana Hoffmeister aus Roggentin

05.02.2018

Moritz Harrer aus Greifswald

05.02.2018

Raimon Brete aus Chemnitz

05.02.2018
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