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Leserbriefe Prora und das eiserne mediale Schweigen über den einstigen Militärstandort
Mehr Meinung Leserbriefe Prora und das eiserne mediale Schweigen über den einstigen Militärstandort
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20:51 10.08.2018
Berlin

Es wiederholt sich und doch kann nicht geschwiegen werden, wenn es darum geht, geschichtliche Zusammenhänge richtig zustellen. Vor allem, wenn es die Geschichte der Ostdeutschen betrifft, die in Gänze offenbar weniger im kollektiven Gedächtnis verankert werden soll, als die gemeinsame Geschichte vor Gründung der beiden deutschen Teilstaaten.

Prora war in der DDR ein solch systemstabilisierender, ja staatstragender Ort gewesen, dass die Berichterstattung aus dem "ehemaligen KdF-Bad", wie nun wieder in Bezug auf Block I geschehen, nicht hinnehmbar ist. Die sprachliche Überhöhung der KdF-Vorgeschichte, die nach den Vorgaben aus dem Norden (auch von Presseagenturen) durch sämtliche Medien geistert, beschädigt auch die Erinnerungskultur zur NS-Zeit - und zwar, weil diese in Bezug auf Prora Marketinginteressen unterworfen zu sein scheint und die Darstellungen darüber hinaus nicht in Gänze der Wahrheit entsprechen.

Es müsste gerade jetzt in Zusammenhang mit den Bauverzögerungen bei Block I thematisiert werden, dass die DDR nicht einfach ein Seebad übernahm und nutzte, sondern die fünf heute noch erhalten gebliebenen Gebäude um 1950 mühsam ausbaute und dabei auch die Außenhaut der sog. Liegehallen baulich schloss. Und zwar bis auf Block I, wo diese bauliche Schließung erst gut 15 Jahre später erfolgte, worunter die Bausubstanz offenbar Schaden litt. Einer der Gründe, die zur Bauverzögerung führten.

Zudem war dieses geschichtsträchtige ehemalige NVA-Erholungsheim in der DDR viel aufwändiger ausgestattet worden, was eine längere Entkernungsphase als bei den benachbarten Kasernen nach sich zog und außerdem viel mehr Müll, gar Sondermüll produzierte. Was oder wer verbietet es den Medien, den Bau als Koloss mit zwei geschichtlichen Phasen zu betrachten, diese endlich ehrlich aufzuarbeiten und zu benennen und den Gebäuden Zukunft ohne einseitige Wertungen zu gestatten? Daran sollten auch die Touristiker ein Interesse haben. Nicht umsonst hatten die Bauherren ihr Terrain "Neues Prora" genannt. www.denk-mal-prora.de

Dr. Stefan Stadtherr Wolter

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