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Mut, Konsequenz und Solidarität

Sexismus-Debatte Mut, Konsequenz und Solidarität

Maria Lambrecht aus Zingst

Zingst. Samstag, 4. November: #metoo geistert durch die Medien – wie lange wird es noch dauern, bis man die aktuelle Diskussion um Sexismus nach Weinstein wieder vergessen hat? Genau das Gegenteil wird man erreichen, wenn nun auch ausgewalzt wird, dass einer Frau mal ans Knie gefasst wurde. Das, was wirklich ein Problem ist, wird damit ins Lächerliche gezogen.

Herabwürdigung von Frauen geschieht noch viel umfänglicher mit Worten. Aus der OZ spricht mich heute Stefanie Gollasch an: Den Männern geht es um Macht – der Fall Merkel zeigt das besonders deutlich. Von Kohls Mädchen sprachen sie, als sie Karriere machte, als Mutti regiert sie nun das Land: Man muss kein Psychologe sein, um zu erkennen, dass die Schöpfer solcher Bezeichnungen versuchen, die Leistungen von Frauen kleinzureden. Womöglich ist das vielen Männern nicht einmal bewusst – aber es deutet auf die tief verwurzelte Überzeugung hin, dass die Frauen an der Macht im Grunde ein Irrtum der Geschichte sind.

Sexismus in seiner schlimmsten Form ist für mich, wenn der Lebensweg einer Frau zerstört wird, weil sie sich gewehrt hat. Chef abgewiesen, na dann, weg mit dem Weib - gibt ja genug andere. Es gehört eine gehörige Portion mehr Mut dazu, gleich konsequent Nein zu sagen.

Dieses Hinterhergemecker nach Jahren, nachdem Frauen ihre Karriere gemacht haben, passt mir nicht. Würden sie doch sagen: Ich habe es mir gefallen lassen, dafür schäme ich mich.

Eine mutige Frau, womöglich die besser qualifizierte, wurde vielleicht vor ihnen abgewiesen.

Was würden Männer denn tun, wenn sie von einer nach der anderen abgeblitzt sind? Würde es nicht vielleicht dazu führen, dass sie resignieren und sich anständig verhalten? Mut, Konsequenz und Solidarität sind wichtig. Davon sind wir Frauen leider weit entfernt. Den Mann an sich als testosteron-gesteuerten Wüstling abzustempeln, führt zu nichts und ist auch ungerecht. Mir sind sehr viele Männer gleichberechtigt mit Hochachtung und Respekt begegnet, auch mein Enno gehört zur Schar derer, die mit starken Frauen kein Problem haben.

Leider traf ich auch auf die anderen. Gegen die habe ich mich gewehrt – und die Folgen ertragen.

Maria Lambrecht

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