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Leserbriefe Neubau ja, aber bitte eine Nummer kleiner
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22:44 30.09.2018
Rostock

Am Freitag rief eine Befürworterin des Theaterneubaus alle Rostocker dazu auf, einen Euro oder mehr für das Volkstheater zu spenden. Sie lieferte damit unfreiwillig den Beleg dafür, dass viele Theaterfreunde nicht Willens oder nicht in der Lage sind, die monetären Zusammenhänge zu diesem Projekt zu verstehen. Bei einer 1-Euro-Spende pro Einwohner kämen 208.000 Euro zusammen. Die Bürger unserer Stadt zahlen diesen Euro fürs Theater aber bereits: nämlich jede Woche, allerdings unfreiwillig!! Denn wenn man den städtischen Zuschuss von 9 Mio. p.a. und den Landeszuschuss von auch 9 Mio. p.a. auf die Bevölkerung umlegt, dann bezahlt jede Rostockerin und jeder Rostocker im Jahr mehr als 50 Euro für das Volkstheater. Damit eine Eintrittskarte, die eigentlich 200 Euro kosten müsste, für 20 Euro verkauft werden kann.

Der Theaterneubau würde diese Summe nochmal deutlich steigern: Bei geplanten 100 Mio Baukosten summieren sich Kreditzins (2 Prozent), Tilgung (3) und Abschreibung (2,5) auf 7,5 Mio. Euro jährlich, die zusätzlich zu den aktuell 18 Mio. Euro Zuschuss aufzubringen sind. Es ist für mich absolut unverständlich, dass es auf Seiten der Theaterfreunde niemanden zu geben scheint, der diese Summen als das erkennt, was sie sind: eine maßlose Forderung einer überschaubaren Interessengruppe gegen die Allgemeinheit. Ja, Kultur ist wichtig. Ja, Theater ist wichtig. Aber zehnmal mehr Zuschuss als für alle Sportvereine dieser Stadt zusammen? Achtmal mehr als für den Zoo? Das kann es nicht sein. Und deshalb sage ich ganz klar: Ja zu einer neuen Spielstätte, aber bitte deutlich kleiner!

Matthias Portzsch

Elfriede Schützler aus Papendorf OT Sildemow

20.09.2018

Wolfgang Mengel aus Stralsund

20.09.2018

Thomas Dreydoppel aus Rostock

19.09.2018