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Leserbriefe OZ-Leser: „Plattdeutsch könnte als Wahlpflichtfach eingeführt werden“
Mehr Meinung Leserbriefe OZ-Leser: „Plattdeutsch könnte als Wahlpflichtfach eingeführt werden“
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16:10 27.11.2018
Plattdeutsch als Abiturfach? Talea Heise und Fin Grimm lernen am Hansa-Gymnasium in Stralsund. Quelle: CHRISTIAN ROEDEL
Stralsund/Greifswald

Die Tatsache, dass in Vorpommern nicht an einer einzigen Schule Plattdeutsch unterrichtet wird, hingegen in Mecklenburg sechs Schulen das Fach anbieten, beschäftigt zahlreiche OZ-Leser. In der Diskussion gehen sie unter anderem der Frage nach, wer für die Vermittlung zuständig ist. Einige Leser, wie etwa Ralf Borgmann, sehen nicht die Schule in der spezifischen Verantwortung, die niederdeutsche Sprache zu vermitteln. Er schreibt: „Fürs Plattdeutsch sind das Umfeld und das Elternhaus zuständig.“ Die Schule sollte Fremdsprachen wie Englisch lehren. Zudem sei Latein von großem Vorteil, so Borgmann.

Monika Schumacher fragt: „Wozu soll Plattdeutsch den Kindern in der Schule vermittelt werden? Wer bleibt denn später, auf der Suche nach Studium oder Arbeitsstelle, dort, wo er einst aufgewachsen ist und gelernt hat? Heute muss man flexibel sein und jeder Ort in Norddeutschland, der von dem anderen auch nur 50 Kilometer entfernt ist, spricht sein eigenes Platt. So gehört die Pflege dieser heimischen Sprache ins Elternhaus und nicht in die Schule. Dort sollte auf gutes Deutsch und Englisch Wert gelegt werden. Und wenn Platt als Kulturgut betrachtet wird, kann man es ja freiwillig in einer AG anbieten.“ Stefan Paeslack schreibt: „Wir hatten es in der Schule als Wahlpflichtfach und es war gut. Es ist ja irgendwie ein Teil unserer Kultur und Geschichte.“ Manja Scheppan fügt hinzu: „Es gibt ja viele Lehrer, die die Sprache selbst sprechen, um sie zu unterrichten.“ Doch findet die Leserin, dass die Kinder in der Grundschule ordentlich Deutsch und Lesen lernen sollten. „Damit haben die Lehrer genug zu tun. Wenn, dann kann man das in den höheren Klassen als Wahlfach anbieten, was aber eher wenige Schüler wahrnehmen würden, da sie keinen Nutzen darin sehen“, vermutet die Leserin.

Roman F. Oppermann habe seinen Dialekt in der Familie und in seinem Umfeld erlernt, wie er sagt. „Das war schon immer die Quelle. Doch scheinbar stirbt hier das Platt aus – mit der Generation der Großeltern. Schade.“ Michael Hase ist sich sicher, dass das „doch nur ein Wahlkampfmanöver des damaligen Bildungsministers war. Rechtzeitig verkündet und unmittelbar vor der Wahl in Kraft getreten, gab es Sympathiepunkte von den Älteren. Platt stirbt aus, da es keine Alltagssprache mehr ist. Ich fand es immer schön, wenn ich Platt bei Feiern gehört habe, aber die meisten Snacker gibt es eben nicht mehr.“

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