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14:43 18.01.2015
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Rostock

Nichts ist mit brauner Brühe! Der typische PEGIDA-Demonstrant entstammt der Mittelschicht, ist gut ausgebildet, berufstätig, verfügt über ein für sächsische Verhältnisse leicht überdurchschnittliches Nettoeinkommen, ist 48 Jahre alt, männlich, gehört keiner Konfession an, weist keine Parteiverbundenheit auf und stammt aus Dresden oder Sachsen.

Das sind die Kernaussagen der Studie eines Teams um den Politikwissenschaftler Prof. Dr. Hans Vorländer von der TU Dresden, die am 14. Januar 2015 im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt wurden. Damit wurde erstmals die Zusammensetzung der PEGIDA-Demonstrationen in Dresden empirisch untersucht.

Wesentliche Fakten: Der Protest wird keineswegs von Rentnern und Arbeitslosen getragen – 70 Prozent der befragten Demonstrationsteilnehmer stehen im Beruf. Die befragten Teilnehmer der Demonstrationen gegen die Islamisierung des Abendlandes sind nur zu knapp einem Viertel durch Islam, Islamismus oder Islamisierung motiviert.

Das Hauptmotiv für die Teilnahme an PEGIDA-Demonstrationen ist eine generelle Unzufriedenheit mit der Politik. An zweiter Stelle wird die Kritik an Medien und Öffentlichkeit genannt, an dritter Stelle folgen grundlegende Ressentiments gegenüber Zuwanderern und Asylbewerbern, dabei sind Vorbehalte gegen Muslime bzw. den Islam besonders ausgeprägt.

In den Befragungen kommt die Wahrnehmung einer tiefen Kluft zum Ausdruck: zwischen den Massenmedien, der veröffentlichten Meinung und der etablierten Politik auf der einen Seite und den Problemen des Bürgers und dem Willen des Volkes auf der anderen Seite.



Benno Thiel

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