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Leserbriefe Präzedenzfall Zypern?
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22:23 19.03.2013
Rostock

doch ein

Europa der Völker und kein Europa der

Banken! Und was machen die

Eurogruppen-Minister und die IWF –

Chefin Christine Lagarde? Sie lassen

kurzfristig und zwar ohne jegliche

Vorankündigung in Zypern den

Geldhahn zudrehen. Dadurch kommt

es in Zypern zum „Schockszenario“.

Es kommt zu einem gefährlichen

Novum in der Eurokrise. Der

Steuerzahler wird zur Kasse gebeten.

Nicht das Wort Rettungsschirm ist im

Gespräch, sondern an das Ohr der

Zyprioten dringt nun ein ganz anderes

Wort, dass ihnen klar machen soll, was

die Banken wollen: Eine Enteignung

der Sparer durch eine

„Rettungssteuer“. Ein Wort, das

kurzfristig auch in Germany Tatsachen

schaffen könnte und nicht den

Steuerzahler begünstigt, sondern die

Banken. Jetzt wird die Diktatur des

Geldes sichtbar.

Damit die Steuerzahler keine

„Dummheiten“ machen können,

schließen die Banken ihre Tore. Man

zeigt den Sparern, wo der Hammer

hängt.

Sind dann auch die Bankautomaten

geleert, ist man so richtig in den Arsch

gekniffen, weil man nicht mehr an

seine Ersparnisse kommt.

Der Staat braucht das Geld, wie man

so schön sagt, für die Refinanzierung

der Banken. Den Zyprioten entzieht

man so in einer Nacht- und

Nebel-Aktion sechs Milliarden Euro. Die

alte Leier, das bei Bankenpleiten

zuerst die Aktionäre und dann die

Eigner von Anleihen bluten müssen,

liegt von nun an in der Besenkammer.

Der Bankenprofessor Manuel Ammann

nennt die Operation Zypern eine

„handstreichartige Enteignung der

Sparer“. Man kann ihm nicht

widersprechen. Und unser

Finanzminister? Der eiert und eiert

und eiert, dass einem schlecht vor

Augen wird. Und jetzt? Richtig! Jetzt

ist die Kac...e am dampfen, weil Zypern

das „Rettungspaket abschmettert“.

Hartwig Niemann