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Leserbriefe Unnötige Rodungen
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15:02 02.12.2017
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Rostock

Ich wohne seit den 60er Jahren in der Südstadt und bin - wie viele andere Bewohner - mit dem Kringelgrabenpark groß geworden. Dieser Park hat sich im Laufe der Zeit zu einem wunderschönen natürlichen Kleinod entwickelt, der fest zum Stadtteil gehört. Auch die Tierwelt hat sich die Grünanlage erobert.

Ich weiß, daß auf Höhe der Tychsenstr. im nördlichen Teil ein Mehrgenerationenspielplatz mit Sportgeräten entstehen soll. Das find ich toll. Auch der Plan auf dem Papier macht einen guten Eindruck.

Aber was jetzt in den letzten Tagen praktisch passiert ist, ist furchtbar. Es wurden auf großen Flächen jede Menge junge gesunde Bäume gefällt. Ein riesiger Kahlschlag in einem geschützten Park. Angeblich braucht man Bewegungsfreiheit für die Geräte. Lt. Ortsamt.So ein Unsinn. Der Park bietet große Rasenflächen, die genug Platz lassen, um die Sport- und Spielgeräte in den Park zu integrieren. Ohne auch nur einen Baum zu fällen. Doch das reicht noch nicht. Die Verwüstung des kleinen Parks geht noch weiter. Da wurde eine riesige Schneise im angrenzenden Birkenwäldchen geschlagen, also auch dort haufenweise gesunde Bäume gefällt. Angeblich für einen neuen Weg zum Sportplatz. Lt. Ortsamt.

Es gibt nach allen Seiten Wege, die in den Park führen und heraus. Einen nur ein paar Meter weiter. Diesen einen oder andere auszubauen und zu verschönern, wäre besser gewesen, und die Bäume könnten heute noch stehen. Aber auch das reicht an Verstümmelung nicht. Wenige Meter weiter sind junge Bäume, die in 30 - 40 Jahren unseren arg gebeutelten Parkbestand ergänzen oder kranke Bäume ersetzen könnten, nicht mehr da. Gähnende Leere, wie jetzt an vielen Stellen. Angeblich ist der Park zu dicht bewachsen, heißt es vom Ortsamt. Die Sträucher und besonders Brombeersträucher wuchern überall. Diese regelmäßig zu schneiden und kurz zu halten, das hätte genug Luft, Licht und Raum geschaffen. Der Park hätte seine Schönheit behalten und wäre trotzdem offener gewesen.

Bäume zu roden,damit man von A nach Z sehen kann, ist falsch. Mit jedem, den ich gesprochen habe, der seit Jahren durch diese Grünanlage wandert, ist entsetzt über das Ausmaß der Zerstörung, denn es gibt keine Rechtfertigung für diesen Vandalismus. Schlimm ist auch, daß der Ortsbeirat Südstadt und auch das Begegnungszentrum SBZ in der Südstadt - die den Park nutzen - ihre Zustimmung dafür gegeben haben. Und das macht besonders wütend. Anscheinend hat sich keiner der Damen und Herren die Mühe gemacht, darüber nachzudenken, was die Art und Weise der Ausführung und Umsetzung für Konsequenzen hat und welcher Schaden unserem Kringelgrabenpark damit zugefügt wird und wurde. Merkwürdig ist, daß die Sturmschäden noch da liegen, wo sie umgefallen sind. Die Bäume aber, die die Stadt in den letzten Tagen hat fällen lassen, wurden umgehend abtransportiert. Hier sollten also Tatsachen geschaffen werden,daß niemand sieht, was für tolle Bäume einfach gerodet wurden. Und der Hinweis vom Ortsamt, dort vier Eichen auf einer der großen gerodeten Fläche zu pflanzen, ist ein Witz. Denn man kann die vielen gefällten Bäume der letzten Tage nicht mehr zählen.

Seit einigen Jahren werden ständig Bäume dem Park entnommen, aber nicht ein einziger neuer Baum wurde als Ersatz und Ausgleich von der Stadt wieder gepflanzt, damit der Park in seinem Bestand und Umfang noch unseren Kindern und Enkelkindern erhalten bleibt. Unser Park wird regelrecht ausgedünnt. Und die letzten Tage waren der Höhepunkt des Raubbaus in dieser Grünanlage. Wenn man jetzt durch den Park geht, kann man nur wütend und traurig sein über die Arroganz und Respektlosigkeit.

Mit den Händen wird links was aufgebaut und rechts mit dem Hintern wieder eingerissen.

Wenn dann nach Fertigstellung der Anlage die Stadt, der Ortsbeirat und der SBZ sich gegenseitig auf die Schultern klopfen und sich loben,dann ändert das nichts an den immensen Schäden, die sie alle dem Kringegrabenpark zugefügt haben.

Elke Block

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