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Leserbriefe Verkehrskonzept und Vermarktung: Ehem.KdF-Bad oder "Koloss Prora"
Mehr Meinung Leserbriefe Verkehrskonzept und Vermarktung: Ehem.KdF-Bad oder "Koloss Prora"
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15:00 12.09.2017
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Berlin

Wie die OZ berichtete, wird am 20. September in öffentlicher Sitzung über das neue Verkehrskonzept für Prora verhandelt. Stutzig darf machen, dass die seit der politischen Wende betriebene Geschichtsfälschung weiterhin auf den Verkehrsschildern Platz finden soll. Die anstößige Bezeichnung "Ehem. KdF-Bad" wird der historischen Dimension dieser Anlage in keiner Weise gerecht. Sie ist schlichtweg eine Lüge, deren sich Investoren und Medien seit Jahren mannigfach bedienen. Aus der ehemals geplanten KdF-Anlage wurde nach erheblichem Rückbau des Rohbautorsos um 1950, im Zeitalter des Stalinismus, eine Großkaserne geschaffen. Deren fast ein halbes Jahrhundert währende Geschichte wird derzeit zumeist ohne Dokumentationen entsorgt und die Bedeutung des Ortes währenddessen umgedeutet. Hier trägt die Kommune, die den Investoren weit genug entgegenkommt, eine Verantwortung hinsichtlich der Geschichte. Nicht nur jener, die zu DDR-Zeiten auf Rügen gelebt haben, sondern auch der Offiziere und Rekruten, die aus der gesamten DDR und sogar weiten Teilen der Welt nach Prora zur Ausbildung gezogen wurden. Dieser "doppelten Geschichte" - NS-Planung und Kaserne im Kalten Krieg - wird einzig der Begriff "Koloss Prora" gerecht. Diese Bezeichnung gehört bitteschön auf die Straßenschilder, denn das "KdF-Bad" ging nie in Betrieb. Inwieweit steht Rügen, steht dieses Land zur DDR-Vergangenheit, d.h. der Geschichte des Ostens?

Dr. Stefan Stadtherr Wolter

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