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Leserbriefe Vorläufiges Ende eines Rechtstreits mit der Unimed
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18:00 21.01.2013
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Groß Polzin

Restitution

der Professorin Ingrid Klöting

gegen den Vorstand der

Universitätsmedizin Greifswald.

Dieser beschloss im Sommer des

Jahres 2011 – an der

Stelleninhaberin vorbei -

die Bildung einer

Parallelabzeilung „Zentrale

Serviceeinrichtung für

Versuchstiere (ZSFV). Damit war

die Einstellung eines

kommissarischen

Leiters verbunden und der

programmierte Konflikt nahm

seinen Lauf.

Frau Klöting wurde

als Leiterin der Abteilung

Versuchstierkunde der Zugang zu

ihren Tieren untersagt und von

ihren ehemals 11 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern wurden gleich 10

dem neuen ZSFV-Leiter

unterstellt. Ihre

Forschungsgelder wurden halbiert,

so dass sie ihren

Forschungsaufgaben

nur mit hohem Aufwand nachkommen

konnte. Ihr wurde eine

Teilkündigung auferlegt,

obwohl es eine Teilkündigung nach

deutschem Recht nicht gibt.

Den

Zugang zu den Versuchstieren

musste sich Frau Professorin

Klöting arbeitsgerichtlich

erkämpfen. Da der Vorstand

über diesen vor Gericht

geschlossenen Vergleich

wahrheitswidrig informiert wurde,

stellte Frau Prof. Klöting durch

die Veröffentlichung dieses

Vergleiches im Intranet der

Universitätsmedizin den

Sachverhalt richtig.

Darauf

reagierte der Vorstand mit gleich

zwei Abmahnungen vom 15.03.2012,

wogegen Frau Prof. Klöting erneut

klagte. Diese Klage (Az.: 2 Ca

346/11)hatte ebenfalls Erfolg,

weil die beklagte

Universitätsmedizin Greifswald

verurteilt wurde, die beiden

Abmahnungen aus der Personalakte

zu entfernen. Die Gerichtskosten

muss zu 80% ebenfalls

die Universitätsmedizin

Greifswald tragen. Das Urteil

wird beiden Seiten in Kürze

zugestellt.

Aus meiner Sicht alles

vermeidbare Kosten. Bei besserer

fachlicher und juristischer

Beratung des Vorstandes hätte

derselbe die erheblichen und

völlig unnötigen Risiken der

Schaffung einer internen

Doppelstruktur (zwei Abteilungen

Versuchstierhaltung und

Mehrkosten von über 500.000€

jährlich) vermeiden können. Auch

der Aufsichtsrat hätte die sich

entwickelnden

Probleme erkennen müssen, zumal

auch er deutlich gewarnt wurde.

Aber wer Beschlüsse

ohne Fachkompetenz und

undemokratisch fasst, wird mit

juristischen Niederlagen und

hohen Verlusten so lange leben

müssen, bis die betroffenen

Bürger und Steuerzahler

aufbegehren und die politischen

Verhältnisse z.B. durch

Bundestagswahlen ändern.

Eugen Niemann

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