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Lesermeinung „Diese Kinder zeigen, wie einfach Demokratie geht“
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14:48 17.03.2019
Diese Botschaft richtet sich an die Menschen, die denken, dass Jugendliche, die fürs Klima demonstrieren, gerne den Unterricht schwänzen. Quelle: Nicole Hollatz
Stralsund

Unter dem Motto „Fridays For Future“ sind auch Schülerinnen und Schüler aus Mecklenburg-Vorpommern vergangene Woche für einen besseren Klimaschutz auf die Straße gegangen. Der Aufruf, dem mittlerweile hunderttausende Anhänger weltweit folgen, geht auf die junge schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg zurück. OZ-Leser setzen sich kritisch mit den Demonstrationen auseinander.

So schreibt Carmen Meyer: „Grundsätzlich finde ich es gut, dass sich überhaupt Menschen bewegen und aus ihrer Komfortzone herauskommen. Es bleibt die Frage, ob es freitags sein muss. Aber eigentlich machen es die Kids doch genau richtig. Sie polarisieren und machen aufmerksam und jeder redet darüber. Vielleicht fühlen sich die Generationen nach diesen Schülern auch einfach nur am Ego gekratzt. Diese Kinder zeigen eben, wie einfach Demokratie geht.“ Die Leserin stellt selbstkritisch fest: „Das ist uns Erwachsenen ja oft genug irgendwie abhanden gekommen.“ Weiter notiert sie: „Und als ob niemand dieser Moral-Apostel diese Gelegenheit zum ,Schwänzen’ genutzt hätte in dem Alter. Schade, dass viele immer wieder vergessen, dass sie auch mal jung waren.“ Volkmar Lässig meint denn auch: Ohne Lernen hätten die Kinder garantiert auch keine Zukunft. Er fragt: „Was ist euch nun lieber?“ Heike Wunderlich setzt hinzu: „Sorry, aber wenn die Kids wirklich etwas tun wollen für Ihr Zukunft, dann sollten sie bei sich zu Hause schon mal anfangen. Und glaubt mir: Würden die Demos sonntags stattfinden, wäre wahrscheinlich nicht mal die Hälfte dabei.“

Ruth Böttcher stellt die Frage: „Was für eine Zukunft wollen sie denn? Es ist sehr einfach zu sagen, warum soll ich lernen, wenn ich danach doch keine Zukunft mehr habe. Das hört sich eher nach Depression an, nach Weltuntergangsstimmung.“ Lernen aber sollte dafür genutzt werden, so die Leserin, um noch mehr Lösungen zu finden, den Klimawandel zu verlangsamen und um besser mit den Folgen und den neuen Bedingungen umzugehen. „Was wollen sie, worauf verzichten sie, denn ohne Verzicht geht da gar nichts. Wollen sie zurück ins Mittelalter? Denn alles, was danach passiert ist, jede Entwicklung, die das Leben verändert und besser gemacht hat, hat die Umwelt und das Klima beeinflusst.“

Romy Kuschmierz gibt zu bedenken, warum die Kinder nicht nach der Schule demonstrieren. Arndt Czepluch sagt: „Löbliche Ziele, keine Frage, nur leider die falschen Wege dahin. Wie wäre es denn mal mit einem kleinen ,Müllsammel-Einsatz’ nach so einer Demo in der eigenen Stadt? Warum in der großen weiten Welt anfangen, wenn es vor Ort doch schon so viel zu tun gibt?!“ Klaus Rothemann findet gut, dass die Schüler demonstrieren. „Sie können samstags den ausgefallenen Unterricht nachholen“, so sein Vorschlag.

Juliane Lange

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