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Studium und Beruf Das Ende eines Traumlands? Studieren in den USA unter Trump
Mehr Studium und Beruf Das Ende eines Traumlands? Studieren in den USA unter Trump
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04:06 16.10.2017
Als Traumland würde Austauschstudent Florian Daase die USA nicht bezeichnen, sagt er - die Freundlichkeit der Menschen begeistere ihn aber. Quelle: Peter Neitzsch/dpa-Tmn
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New York

Amerika, das war mal eine Topadresse für deutsche Studenten: Die Unis hatten einen exzellenten Ruf, dort zu studieren galt als Glanzlicht im Lebenslauf. Doch seit die Amerikaner Donald Trump zum Präsidenten wählten, ging das Interesse an einem Austauschjahr dort deutlich zurück.

Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD

Prof. Markus Thiel kann das bestätigen. Der Deutsche leitet den Bereich Europastudien an der Florida International University (FIU) in Miami. Zwei Drittel der Studenten an der FIU hätten lateinamerikanische Wurzeln, berichtet er. Für republikanische Positionen gebe es auf dem eher städtisch-progressiv geprägten Campus wenig Unterstützung: „Vor allem mit ihrer Migrationspolitik hat sich die Regierung hier keine Freunde gemacht.“

Deutschen Studenten rät Thiel, mit dem Studium in Amerika bis zum Master zu warten: „Für ein Bachelor-Studium würde ich die USA nicht empfehlen, da das Niveau relativ niedrig ist.“ Die Lehre sei in der Regel ziemlich verschult. Aufbaustudiengänge seien dagegen sehr viel intensiver, sie dauerten meist nur ein Jahr. Da sei es sinnvoll, gleich den gesamten Master in den USA zu machen.

Studiengang

Viele Studierende kommen über eine Kooperation ihrer Hochschule mit einer US-Uni nach Amerika. Wer seinen Aufenthalt dagegen selbst plant, sollte das rechtzeitig tun. Sinnvoll sei, sich rund anderthalb Jahre vorher an einer Uni zu bewerben, empfiehlt Thiel. „Meiner Erfahrung nach gibt es häufig Probleme mit der Übersetzung und Anerkennung der deutschen Diplome.“ Dadurch verzögern sich oft die Zusagen.

Bei einer Bewerbung könne es helfen, im Vorfeld Kontakt mit den Verantwortlichen aufzunehmen, rät Thiel. Auch Lemmens vom DAAD empfiehlt, sich intensiv mit dem Zulassungsprozess an der jeweiligen Hochschule zu befassen. „Amerikaner achten immer auf die gesamte Person – also auch auf ehrenamtliches Engagement und sportliche oder musikalische Leistungen.“

Ist der Studienplatz bewilligt, ist die größte Hürde bereits genommen. Die sogenannten International Offices der Unis helfen dann bei bürokratischen Angelegenheiten. „Deutsche Studierende sind in der Regel nicht vom Einreise-Bann für einige muslimische Länder betroffen“, erklärt Lemmens. Schwierigkeiten könne es allenfalls geben, wenn ein Student eine doppelte Staatsbürgerschaft aus einem der Länder hat.

Einer der größten Nachteile amerikanischer Unis sind die teils happigen Studiengebühren. „Ein Master über zwei Semester kann schon mal bis zu 50 000 Euro kosten“, berichtet Daase. Wer in Amerika studieren will, sollte sich deshalb rechtzeitig um eine Förderung kümmern. „Im Grunde muss man sich schon im zweiten Bachelor-Jahr um ein Stipendium bewerben.“ Manchmal gewähren auch die US-Hochschulen selbst finanzielle Unterstützung.

Sind die USA noch ein Traumland? „Aus meiner Sicht ganz klar: nein“, sagt Daase. Und führt etwa Mängel in der Gesundheitsversorgung an. Auf der persönlichen Ebene sei das aber etwas ganz anderes: „Die Leute sind unheimlich freundlich, das ist keine aufgesetzte Nettigkeit.“

dpa/tmn

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