Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Studium und Beruf Kündigung wegen Krankheit hat hohe Hürden
Mehr Studium und Beruf Kündigung wegen Krankheit hat hohe Hürden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
04:42 15.05.2017
Das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz hat entschieden: Ohne Eingliederungsmanagement kann ein Unternehmen einem arbeitsunfähigen Beschäftigten nicht kündigen. Quelle: Fredrik von Erichsen/dpa
Anzeige
Mainz

Arbeitnehmern kann wegen einer längeren Krankheit die Kündigung drohen - die Voraussetzungen dafür sind aber hoch. Führt ein Betrieb kein betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) durch, kann eine Kündigung durch den Arbeitgeber unwirksam sein.

Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz

Im verhandelten Fall ging es um einen Mann, der seit 1988 in einem Betrieb arbeitete, zuletzt als Maschinenarbeiter. In den Jahren 2011 bis 2014 war er jährlich zwischen 42 und 164 Tagen arbeitsunfähig erkrankt. Sein Arbeitgeber kündigte ihm am 26. Februar 2016 fristgerecht zum 30. September 2016. Dagegen klagte der Mann.

Und er hatte Erfolg: In erster und zweiter Instanz wiesen die Richter die Kündigung als unwirksam zurück. Sie sei unverhältnismäßig, da der Arbeitgeber pflichtwidrig kein BEM durchgeführt habe. Er habe auch nicht darlegen können, dass dieses „objektiv nutzlos“ gewesen sei.

Der Arbeitgeber habe auch nicht nachweisen können, dass es kein milderes Mittel als die Kündigung gegeben hätte, um der möglichen Beeinträchtigung des Arbeitsverhältnisses durch weitere Fehlzeiten entgegenzuwirken. Die Richter zeigten sich nicht überzeugt, dass es im Betrieb tatsächlich keinen geeigneten Arbeitsplatz mit weniger belastenden Tätigkeiten gegeben habe. So stelle sich die Frage, warum eine Anpassung des Arbeitsplatzes – zum Beispiel durch Vorrichtungen an der zu bedienenden Maschine – nicht möglich gewesen wäre.

dpa/tmn

Mehr zum Thema

Viele Unternehmen tun zu wenig für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter. Das ist das Ergebnis einer Studie. Vor allem ganzheitliche Angebote sind in den untersuchten Betrieben eher die Ausnahme.

10.05.2017

Was die Kollegen verdienen? In vielen Firmen ist das geheim. Ein Gesetz soll künftig aber dafür sorgen, dass Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern beim Gehalt transparent sein müssen. Einige Firmen praktizieren Transparenz schon jetzt. Drei Beispiele aus der Praxis.

12.05.2017

Teamfähig soll der Mitarbeiter sein, kollegial und hilfsbereit - kurzum nett. So lesen sich viele Stellenanzeigen. Für die Stimmung bei der Arbeit ist das sicher klasse. Nur für den Mitarbeiter selbst kann nett sein zum Problem werden.

15.05.2017
Anzeige