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Studium und Beruf Nachwuchsmangel: Harte Arbeit auf dem Bau ist unbeliebt
Mehr Studium und Beruf Nachwuchsmangel: Harte Arbeit auf dem Bau ist unbeliebt
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10:09 29.11.2017
Seltener Nachwuchs: Während Vincent Ahondoh (l) als Bauarbeiter seinen Meister machen möchte, strebt Sven Hofmann ein Bauingenieurs-Studium an. Quelle: Sina Schuldt/dpa
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Stuttgart

Mit seiner Ausbildung zum Beton- und Stahlbetonbauer ist für Vincent Ahondoh ein kleiner Traum wahr geworden. „Ich wollte wie mein Opa Bauarbeiter werden“, erinnert sich der 29 Jahre alte Flüchtling. 

Zum Studieren sei er zu alt, stattdessen will er irgendwann seinen Meister machen. Ahondoh ist im zweiten Lehrjahr bei der Bauunternehmung Wilhelm Keller im baden-württembergischen Denkendorf.

Bundesagentur für Arbeit

Ahondoh stört das erstmal nicht. Gemeinsam mit Azubi-Kollege Sven Hofmann bereitet er gerade die Schalung einer Betonwand vor. Erst wenn diese fest verschlossen ist, kann Beton eingegossen werden. Auf der Baustelle im benachbarten Esslingen sollen 120 Mietwohnungen mit Tiefgarage entstehen. „Ich will eine Ausbildung machen, bevor ich zum nächsten Sommersemester das Studium zum Bauingenieur beginne“, sagt der 20-jährige Hofmann, der das Abitur in der Tasche hat.

Bauwirtschaft Baden-Württemberg

Auch die unsicheren Jobperspektiven wirken beängstigend auf die Baumeister in spe. „Junge Menschen brauchen Planungssicherheit“, weiß Ruprecht Hammerschmidt, Pressesprecher der Interessengewerkschaft Bauen, Agrar und Umwelt (IG BAU). Nach der Ausbildung wären befristete Beschäftigungen üblich - das mache Familiengründungen schwierig.

Deutschen Bauindustrie
IG BAU

Zwar gibt es zumindest in Baden-Württemberg Zeichen der Hoffnung: Im abgelaufenen Ausbildungsjahr stieg im Vergleich zum Vorjahr die Zahl der Lehrlinge in den überbetrieblichen Ausbildungszentren im Land um 4,8 Prozent auf mehr als 2800. In solchen Einrichtungen lernen die Azubis alles, was die Betriebe ihnen selbst nicht beibringen können. Doch die Branche warnt vor zu viel Euphorie: „Es gibt nach wie vor noch viel zu viele offene Stellen.“

dpa

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