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Wie werde ich Arzt/Ärztin auf einem Kreuzfahrtschiff?

Ein Berufsporträt Wie werde ich Arzt/Ärztin auf einem Kreuzfahrtschiff?

Im „Traumschiff“ verkörpert Nick Wilder den Bordarzt. Auf echten Kreuzfahrtschiffen arbeiten Männer wie Andreas Voelckel im Hospital. Im Interview erklärt er, wie man Schiffsarzt wird, warum ihn auch eine Geburt nicht schocken würde und was er gegen Seekrankheit macht.

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Andreas Voelckel ist Bordarzt auf der „Europa 2“ von Hapag-Lloyd Cruises.

Quelle: Michael Zehender/dpa-Tmn

Bilbao. „Wenn man krank wird, dann am besten auf einem Kreuzfahrtschiff.“ Das sagt Andreas Voelckel, Bordarzt auf der „Europa 2“ von Hapag-Lloyd Cruises. Wohl nirgends sonst sei ein Arzt so schnell vor Ort. Doch wer arbeitet da eigentlich im Bordhospital?

Ist das an Bord wirklich Arbeit oder doch Urlaub?

Andreas Voelckel: Vom „Traumschiff“ hat die Aufgabe hier wenig. Das ist definitiv kein Urlaub. Aber: Es ist ein ausgesprochen schöner Arbeitsplatz. Wenn wir im Hafen liegen, darf ich oft von Bord gehen. Denn theoretisch kann dann ja von Land aus ein Notarzt gerufen werden, wenn etwas passiert. Zudem haben wir ja auch noch zwei Krankenschwestern an Bord.

Wie lang sind Sie normalerweise an Bord?

Andreas Voelckel: Meistens fahren wir Schiffsärzte sechs Wochen am Stück. Ich selbst bin in der Regel zweimal pro Jahr an Bord. Danach gehen wir wieder an Land unserer eigentlichen Tätigkeit nach. Ich selbst bin in Bayern selbstständiger Notarzt und habe eine kleine Privatpraxis.

Sie sind Allgemeinmediziner und können natürlich kein Spezialist in allen Fachrichtungen sein. Wie oft kommt es vor, dass Sie andere Ärzte zurate ziehen müssen?

Andreas Voelckel: Wir haben auf allen Reisen zu Beginn einen Ärztetreff, zu dem alle mitreisenden Mediziner eingeladen werden. Da geht es ums Kennenlernen, aber auch darum, zu erfahren, welche Fachrichtungen für den Notfall an Bord wären. In den sieben Jahren, die ich jetzt als Schiffsarzt tätig bin, musste ich aber erst einmal einen Kollegen bei einem Fall um Hilfe bitten. Das ist ja auch das Spannende: Man ist als Schiffsarzt in verschiedensten Fachgebieten gefragt. Das ist es doch im Grunde, wofür ich sechs Jahre studiert habe. Zu Hause ist man doch nur für seinen Bereich zuständig und überweist dann an einen anderen Facharzt.

Was würden Sie bei einer Geburt an Bord machen?

Andreas Voelckel: Das habe ich noch nie erlebt. In der Regel lassen die Reedereien Schwangere ja nur bis zu einem bestimmten Zeitpunkt an Bord. Aber wenn es doch mal dazukommen sollte: Ich bin zufällig auch Gynäkologe.

Welche Qualifikation brauche ich als Schiffsarzt?

Andreas Voelckel: In der Regel sind die Schiffsärzte Allgemeinmediziner oder Notfallmediziner, ein paar sind auch Chirurg. Wichtig ist, dass sie mit den Geräten hier an Bord, wie Röntgen und Ultraschall, vertraut sind. Daneben müssen wir einen Schiffssicherheitslehrgang machen, bevor wir an Bord gehen.

Was tun Sie gegen Seekrankheit?

Andreas Voelckel: Mir hilft: weiterarbeiten. Und das ist auch nicht schwierig. Bei Seegang ist hier im Hospital die Hütte voll.

dpa/tmn

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