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Studium und Beruf Wie werde ich Bankkaufmann/frau?
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00:22 21.04.2018
Ausbildung abgeschlossen: Seit Januar 2018 ist Florian Schürmann kein Azubi mehr, sondern regulärerer Bankkaufmann bei der Sparkasse Bielefeld. Quelle: Jens Flachmann/sparkasse Bielefeld
Bielefeld

Mit „Wall Street“ fing alles an. Filme wie der Klassiker von 1987 hätten sein Interesse an der Finanzwelt geweckt, erzählt Florian Schürmann. Und alles, was mit Zahlen und Geld zu tun hat, habe ihn ohnehin schon früh interessiert.

Da lag die Ausbildung zum Bankkaufmann nahe. Die absolvierte der 21-Jährige aber nicht in New York, sondern bei der Sparkasse Bielefeld. Die Ausbildung hat er inzwischen beendet, seit Januar ist er Jungangestellter bei der Sparkasse. Und auch in die Wertpapierabteilung durfte er schon hineinschnuppern. „Aber zum alltäglichen Bankgeschäft gehört viel mehr dazu“, sagt er.

Von der Eröffnung eines Girokontos über Privat­ und Firmenkredite, Bausparverträge und Lebensversicherungen bis hin zu Kapitalanlagen müssen Kundenberater einen Überblick haben und schwierige Themen einfach erklären können.

„Wichtig ist Kontaktfreudigkeit und eine offene und kommunikative Art“, sagt Schürmann, der nun für 950 Kunden einer Filiale zuständig ist. „Man muss keine Eins in Mathe haben, aber ein gewisses Gespür für Zahlen.“

Neugier und Selbstständigkeit sind für Stephan Glatthor, Ausbildungsleiter bei der Sparkasse Bielefeld, wichtige Voraussetzungen. „Wir wünschen uns, dass die Auszubildenden ein großes Maß an Lernbereitschaft mitbringen.“

Die Ausbildung ist beliebt: Bei der Sparkasse Bielefeld kommen pro Jahr etwa 300 Interessenten auf 25 Plätze. Sie bewerben sich zuerst online, dann folgen persönliche Gespräche. Gute Vorbereitung und Motivation seien dabei wichtig, sagt Glatthor. Trotz der hohen Bewerberzahlen werde es aber schwieriger, qualifizierten Nachwuchs zu finden. „Es ist kein Selbstläufer mehr.“

Während 1997 rund 18 000 neue Ausbildungsverträge für angehende Bankkaufleute abgeschlossen wurden, waren es 2016 nur noch knapp 9300. Insgesamt sinke die Zahl der Stellen im Bankenwesen und damit auch die der Ausbildungsplätze, erklärt Gabriele Jordanski vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Sie vermutet mehrere Gründe dahinter – unter anderem das anhaltende Niedrigzinsniveau, das zu geringeren Einnahmen führe. Die zunehmende Digitalisierung, die Zentralisierung von Tätigkeiten und die Fusion von Banken seien weitere Faktoren, so die Expertin.

„Wenn man gut ist und sich spezialisieren will, kann man in der Branche immer noch gut landen“, sagt Oliver Popp, Pressesprecher der DBV – Gewerkschaft der Finanzdienstleister. „Die Banken müssen sich verjüngen.“ Besonders gute Chancen hätten junge Leute mit Englischkenntnissen und Interesse für Technik. Denn natürlich ist die Digitalisierung auch für die Finanzbranche ein wichtiges Thema.

Bei privaten Banken verdienen Auszubildende nach Angaben von Popp zwischen 980 und 1100 Euro, bei Genossenschaftsbanken liege das Gehalt etwas höher. Das Einstiegsgehalt für Bankkaufleute liege bei um die 2500 Euro. Bei der Sparkasse Bielefeld bekommen Azubis im Schnitt 1050 Euro, Jungangestellte wie Florian Schürmann knapp 2400 Euro.

Der Ex-Azubi darf dank seines sehr guten Abschlusses inzwischen an einem hausinternen Assessment-Center teilnehmen, um die eigenen Stärken für die Zukunft zu finden. So könnte er sich beispielsweise Richtung Controlling oder Management orientieren. Auch ein Studium oder eine Weiterbildung zum Sparkassenfachwirt und zum Sparkassenbetriebswirt kommen infrage. Erst einmal will er jedoch noch mehr Erfahrungen in der Filiale sammeln.

dpa/tmn

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