Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -1 ° wolkig

Navigation:
Wie werde ich Schornsteinfeger/in?

Job für Schwindelfreie Wie werde ich Schornsteinfeger/in?

Schornsteinfeger sorgen für saubere Kamine – aber sie haben auch eine Reihe anderer Aufgaben. Dabei arbeiten sie in luftiger Höhe, aber auch in Häusern und Kellern. Und wenn sie dann Meister sind, können sie sogar einen ganzen Bezirk betreuen.

Voriger Artikel
Kündigung wegen Krankheit hat hohe Hürden
Nächster Artikel
Keine Lehrstelle? Im Sommer Einstiegsqualifizierung suchen

Selina Reimer in ihrer Arbeitsmontur: Ein schwarzer Kehranzug und ihr Kehrgerät. Rund 20 000 Schornsteinfeger gibt es in Deutschland.

Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Berlin. Selina Reimers liebt es, hoch oben unterwegs zu sein, über die Dächer Berlins zu schauen und dabei ihren Job zu lernen. Sie wird Schornsteinfegerin. „Das Tollste an dem Beruf ist eigentlich die Abwechslung, denn man verbringt ja nicht die ganze Zeit beim Kaminkehren“, sagt sie.

Ein Schornsteinfeger ist viel unterwegs und berät Menschen, erledigt auch Büroarbeit - und kümmert sich natürlich um die Schornsteine. Das Säubern der Kamine gewährleistet die Sicherheit der Menschen und schont die Umwelt. Früher galten Schornsteinfeger als Glücksbringer. Sie sorgten dafür, dass keine Rußbrände ausbrachen. Daraus ist ein Aberglaube erwachsen, der bis heute anhält - sogar in Großstädten wie Berlin. „Immer wieder bleiben Leute stehen, wenn sie uns in unserem Kehranzug sehen und wollen uns die Hand schütteln“, erzählt Reimers.

Jede Woche geht sie in Berlin zur Schule. Auszubildende außerhalb der Großstädte haben dagegen meistens Blockunterricht. Die Fächer Chemie, Mathe und Deutsch spielen in der Berufsschule eine große Rolle. Das seien die Fächer, in denen man in der Schule nicht allzu schlecht gewesen sein sollte, sagt Stephan Langer, Vorstand des Bundesverbandes des Schornsteinfegerhandwerks (ZIV).

Angehende Schornsteinfeger brauchen laut Langer vor allem Kommunikationsfähigkeit und –willen: „Den Großteil unserer Zeit verbringen wir in den Häusern und Wohnungen von Menschen.“ Sie sollten außerdem offen, ehrlich und zuverlässig sein, sagt Henry Vinke, Regionalsekretär Nord des Zentralverbandes Deutscher Schornsteinfeger.

Rund 20 000 Schornsteinfeger gibt es in Deutschland, gut 2000 junge Leute lernen den Beruf. „Wir haben einen Frauenanteil von 10 bis 15 Prozent, das gehört zu den höchsten in den Bauberufen im Handwerk“, sagt Stephan Langer. Und: Der Schornsteinfeger ist einer von jenen Berufen, bei denen ein Meistertitel beim Eröffnen einer eigenen Firma zwingend notwendig ist.

Der Verdienst während der Ausbildung ist nicht üppig: 429 Euro monatlich im ersten Jahr, 486 im zweiten und 567 Euro im dritten Ausbildungsjahr verdienen angehende Schornsteinfeger durchschnittlich. Das zeigen Daten des Bundesinstituts für Berufsbildung.

Nach der bestandenen Prüfung stehen den Gesellen verschiedene Wege offen: Sie können in einem Schornsteinfeger-Meisterbetrieb ihrem Handwerk nachgehen oder die Meisterprüfung in Angriff nehmen. „Das kann man theoretisch sofort nach der bestandenen Gesellenprüfung machen. Sinnvoll ist aber, erst eine Weile Praxis im Betrieb zu sammeln“, sagt Langer.

Auch Selina Reimers denkt darüber nach, einen Meister zu machen. Doch zunächst will sich die Auszubildende auf ihre Prüfungen konzentrieren. Untergebracht werden nach Henry Vinkes Worten so gut wie alle Gesellen. Auch Unternehmen, die Öfen, Kamine oder Schornsteine bauen, suchen Fachleute.

Ein paar Prozent verliere das Handwerk an die Hochschulen, sagt Stephan Langer. In einigen Bundesländern gibt es Klassen, in denen man mit der Ausbildung die Fachhochschulreife erlangt. Wer die Meisterprüfung bestanden hat, kann ohnehin an jeder Hochschule studieren. „Die meisten gehen dann Richtung Ingenieurwissenschaft, einige studieren Umwelt- oder Versorgungsingenieur, andere Maschinenbau“, sagt Langer.

Meister können sich um einen ganzen Bezirk bewerben, vergeben werden die für sieben Jahre. „Dann ist man bevollmächtigter Schornsteinfeger und gleichzeitig eine Behörde, denn man erlässt einen Feuerstättenbescheid“, so Langer. Und auch ein Meister lernt nie aus. Weiterbildungen sind Pflicht für Schornsteinfeger, damit sie in Sachen Umweltschutz und Energietechnik auf dem Laufenden bleiben.

dpa/tmn

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Lernen fürs Leben
Zu Langzeitarbeitslosen zählen jene, die länger als ein Jahr auf Arbeitssuche sind. Viele der Betroffenen haben keine Berufsausbildung.

Die Schulbank drücken und einen Abschluss zu machen lohnt sich immer. Eine neue Broschüre der Bundesagentur für Arbeit greift das Thema Langzeitarbeitslosigkeit auf und macht den Zusammenhang zum Ausbildungsniveau deutlich.

mehr
Mehr aus Studium und Beruf
Beilagen zum Thema
Wirtschaft & Umwelt

Alles Wissenswertes rund um die aktuelle Geschäftswelt, Industrie, Handel und die daraus resultierende Lebenssituation für Mensch, Tier und Pflanze. mehr

Beilagen
Inhalte für die Abo-Karte

Mit der neuen AboPlus-Karte sichern Sie sich starke Vorteile in Ihrer Region. Zum Start der neuen Abo-Karte 2017 stehen Ihnen schon zahlreiche Unternehmen in MV mit Ihren Angeboten und Dienstleistungen zur Verfügung. Unsere regionalen Partner finden Sie auf der folgende Seite mit allen relevanten Daten zu den beteiligten Unternehmen. mehr