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Arktis und Antarktis: 50 Institute arbeiten zusammen

Klimawandel Arktis und Antarktis: 50 Institute arbeiten zusammen

Klimaforscher verbünden sich. Sie wollen dem Klimawandel in den Polarregionen genauer auf den Zahn fühlen. Denn Arktis und Antarktis haben massive Probleme.

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Ein Fesselballon startet vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Arktis (Archivbild). Klimaforscher rüsten nun auf.

Quelle: Graeser/Alfred-Wegener-Institut

Genf. Mehr Wetterballons und -bojen in der Arktis und Antarktis sollen den rapiden Klimawandel in den Polarregionen dokumentieren und die dortige Wettervorhersage verbessern.

Unter Federführung des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) in Bremerhaven starten im Sommer mehr als 50 Institute und Wetterstationen aus mehr als 20 Ländern ein zweijähriges Kooperationsprogramm, wie die Weltwetterorganisation (WMO) am Montag in Genf mitteilte.

Durch den Klimawandel steige die Temperatur in den Polarregionen doppelt so schnell wie anderswo, sagte Projektleiter Thomas Jung vom AWI. Mit der Geschwindigkeit der Umweltveränderungen seien die Grenzen der bisherigen wissenschaftlichen Kenntnisse erreicht.

Arktis und Antarktis haben massive Probleme: Die von Meereis bedeckten Flächen waren im Januar so klein wie nie zuvor in diesem Monat seit Beginn der Messungen 1979, teilte die US-Klimabehörde NOAA im Februar mit. In der Arktis lag die durchschnittliche Ausbreitung der Meereisdecke demnach um rund 9 Prozent unter dem Durchschnitt von 1981 bis 2010, in der Antarktis sogar rund 23 Prozent.

Mit der Eisschmelze wachsen die Aktivitäten in den Polarregionen, sei es Tourismus, neue Schifffahrtsrouten oder die Ausbeutung der Rohstoffe. Das berge Risiken, sagte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas: „Weniger Eis heißt nicht weniger Gefahr.“ Ein Ölleck wäre in den Regionen eine Katastrophe. „Akkurate Angaben über Wetter und Eis werden immer wichtiger, um die Sicherheit in den Polarregionen und darüber hinaus zu gewährleisten“, so Taalas.

Dass Wissenschaftler mit besseren Wettermodellen der Ausbeutung von bislang fast unzugängliche Regionen Vorschub leisten, glaubt Jung nicht. „Wir sind der Meinung, dass wir damit nicht mehr Aktivitäten generieren.“ Vielmehr könnten die Risiken für diejenigen gemindert werden, die dort ohnehin inzwischen unterwegs seien.

Auch die dort ansässige Bevölkerung profitiere, weil sie sich nicht mehr auf über Generationen angesammelte Erfahrungswerte verlassen könne. „Wie fest und standfest ist das Eis? Das traditionelle Wissen haut da nicht mehr hin“, sagte Jung. Und: „Die Arktis hat Einfluss auf das Wetter in unseren Breiten. Bei Nordwind interessiert die Arktis - aber da weiß man noch nicht genug.“

dpa

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