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Knackig kalt und supersonnig

Rostock/Greifswald Knackig kalt und supersonnig

MV erlebt die bislang frostigste Nacht des Winters. Tagsüber entschädigt Sonnenschein fürs Bibbern.

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Rostock/Greifswald. Jetzt erwischt es uns doch noch eiskalt: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) vermeldet die bis dato kälteste Nacht des Winters in Mecklenburg-Vorpommern.

OZ-Bild

MV erlebt die bislang frostigste Nacht des Winters. Tagsüber entschädigt Sonnenschein fürs Bibbern.

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Besonders frostig war es auf der Insel Usedom: In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch sanken die Temperaturen in Karlshagen auf -12 Grad Celsius. „Direkt am Boden sind es sogar nur -16 Grad gewesen“, sagt Dominik Jung, Diplom-Meteorologe beim Onlineportal Wetter.net. Bitterkalt war die Nacht auch auf Deutschlands größter Insel: Am Kap Arkona auf Rügen seien die Temperaturen auf 15 Grad unter null gefallen, berichtet Jung.

Auf einem kleinen Eiland war’s im Vergleich dazu fast schon kuschelig: Auf der Greifswalder Oie habe die DWD-Wetterstation -3,4 Grad gemessen – der wärmste Ort in MV am frühen Mittwochmorgen, sagt Meteorologin Ulrike Maiwald. „Auch in Rostock war es mit -5,6 Grad nicht ganz so kalt wie in vielen anderen Landesteilen.“

Knackig kalt und traumhaft schön: Weil der Winter sich nach dem grauen Januar nun von seiner sonnigen Seite zeigt, zieht es viele im Land hinaus ins Freie: Ferienkinder toben unter blauem Himmel.

Hobbyfotografen fangen bei Spaziergängen am Strand tolle Motive ein.

Den Pannendiensten im Land beschert der Dauerfrost hingegen jede Menge Aufträge. „Unsere Leute sind nach einer solch kalten Nacht wie von Dienstag auf Mittwoch deutlich öfter unterwegs als sonst“, sagt Hans Pieper, Sprecher des Automobilclubs ADAC, der in MV 30 Mitarbeiter einsetzt. Gerufen werden die Profis von jenen, deren Autobatterie streikt. „Der Klassiker im Winter“, sagt Pieper.

Widerspenstigen Akkus sollten Verkehrsteilnehmer aber nur dann selbst auf die Sprünge helfen, wenn sie wüssten, wie das geht. Bei neueren Automodellen sei es nicht ganz so leicht, meint Pieper. Beim Abklemmen der Überbrückungskabel könnten am Starthilfe gebenden Auto Spannungsspitzen entstehen, die der Technik schaden. Pieper rät: Bedienungsanleitung genau durchlesen und im Zweifel Fachleute zu Hilfe rufen.

Auch wenn der Motor sofort anspringt: Zeit, die Windschutzscheibe komplett freizukratzen, sollten sich Autofahrer nehmen. Denn wer nur mit „Guckloch“ fährt und erwischt wird, muss zehn Euro Bußgeld blechen.

Trotz Dauerfrost seien sowohl das Hauptfahrwasser der Wismarer Bucht als auch das Fahrwasser nach Stralsund noch eisfrei, stellt Jürgen Holfort vom Bundesamt für Schifffahrt und Hydrografie im aktuellen Eisbericht fest. Im Rostocker Innenhafen gebe es hingegen Neueis. Gleiches gelte für den Peenestrom bei Warthe, dem Fahrwasser nach Wolgast. Weil sich stellenweise Eis gebildet hatte, hat die Reederei Hiddensee gestern den Wassertaxi-Verkehr zwischen Rügen und Hiddensee eingestellt. Die Fähren fahren weiter fahrplanmäßig.

Der Dauerfrost bleibt bis zum Wochenende. Dann erwarte sie zumindest tagsüber minimale Plusgrade, sagt DWD-Meteorologin Ulrike Maiwald. „Die gute Nachricht: Die Kälte ist mit viel Sonnenschein und wenig Wind verbunden.“ Schlecht sehe es allerdings für Ferienkinder aus, die rodeln wollen. Schnee sei in den kommenden Tagen nicht in Sicht. Kommende Woche könne es Niederschläge geben. Ob die aber als Flocken auf die Ostseeküste rieseln sei fraglich, denn das Wetter werde milder. Wettermann Dominik Jung sagt Wolken, Schnee und Schneeregen für den Wochenstart vorher. Am Montag und Dienstag werden sich die Temperaturen tagsüber bei Werten zwischen 3 und 5 Grad plus einpegeln, sagt er.

Alle, die jetzt missmutig bibbern, kann Ulrike Maiwald etwas trösten: Vom absoluten MV-Kälterekord sind wir weit entfernt. Den stellte Ueckermünde am 6. Februar 2012 auf: -28,7 Grad hatte der Wetterdienst damals in der Stadt am Stettiner Haff gemessen.

Hobbyfotografen gefragt: Liebe Leser, Sie haben die sonnigen Seiten des Winters abgelichtet? Zeigen Sie uns, wo sich der Februar gerade besonders schön präsentiert und laden Sie Ihre Winterfotos online auf www.ostsee-zeitung.de oder unserer Facebookseite (www.facebook.com/Ostseezeitung/) hoch.

Heiße Tipps gegen’s Frieren

In Bewegung bleiben: Das regt die Durchblutung an. Recken, strecken, laufen, springen, mit den Füßen auf- und abwippen – jede Aktivität hilft.

Feurig essen: Chili, Tabasco und andere scharfe Gewürze heizen von innen ein. Ingwer und Tee ebenfalls.

Zwiebelprinzip: Mehrere dünne Kleidungsstücke übereinander wärmen besser als ein dicker Pullover allein.

Reiztherapie: Wechseldusche, Saunagänge und Kneipp-Güsse härten ab.

Gut verpackt: Fäustlinge, Einlegesohlen und Stulpen halten Finger, Füße, Arme und Beine warm.

Antje Bernstein

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