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Auf die Bildung kommt es an

Keller Auf die Bildung kommt es an

In Deutschland spielt immer noch das Elternhaus eine große Rolle beim sozialen Aufstieg. Im internationalen Vergleich muss die Bundesrepublik aufholen.

„Chancengerechtigkeit durch Aufstiegsmobilität“ heißt eine neue Studie. Sie stammt vom Institut der deutschen Wirtschaft und hat zum Tenor: Sozialer Aufstieg ist in Deutschland nicht nur möglich, sondern sehr wahrscheinlich. Lediglich eine Minderheit verbleibe dauerhaft in der unteren Einkommensschicht.

Die Untersuchung im Auftrag der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft stützt sich dabei auf Daten des Sozio-ökonomischen Panels, einer jährlichen Befragung von 20 000 Personen.

In diesem Fall wurden die Angaben aus den Jahren 2005 bis 2011 ausgewertet. 17 Prozent hätten sich die gesamte Zeit über in der untersten von fünf Einkommensschichten befunden, heißt es. Bei den Armutsgefährdeten seien es zwölf Prozent gewesen. Nur fünf Prozent der 2005 arbeitslos Gemeldeten seien die ganzen sechs Jahre über ohne Job geblieben. Neben einem funktionierenden Arbeitsmarkt entscheide vor allem die Bildung über die Möglichkeit sozialen Aufstiegs.

Bei der Bildung aber steht Deutschland nicht sehr gut da. Laut dem OECD-Bildungsbericht aus dem vergangenen Jahr erreichen nur 20 Prozent der jüngeren Menschen einen höheren Bildungsabschluss als ihre Eltern. Der Schnitt beträgt in den anderen OECD-Ländern 37 Prozent. Und das, wo in Deutschland 30 Prozent eines Jahrgangs einen Hochschulabschluss machen, der OECDSchnitt aber bei 39 Prozent liegt.

Und über die Bildung entscheidet hierzulande nach wie vor vor allem die Herkunft. Der Ökonom Daniel Schnitzlein vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung hat Ende vergangenen Jahres die Löhne und Gehälter von Geschwistern verglichen und kam zu dem Ergebnis: 40 Prozent der Einkommen lassen sich statistisch mit dem Elternhaus erklären, bei der Bildung sind es sogar 50 Prozent. Mit der Chancengleichheit sei es nicht weit her in der Republik, bilanzierte Schnitzlein. In Dänemark und Schweden etwa mit ihren anderen Bildungssystemen sei die soziale Durchlässigkeit wesentlich größer.

Einer Allensbach-Studie vom Ende vergangenen Jahres zufolge hält jeder zweite junge Deutsche unter 30 Jahren aus einfachen Verhältnissen einen Aufstieg in die nächsthöhere Schicht nicht für möglich.

In Schweden dagegen sind zwei von drei jungen Erwachsenen überzeugt, dass jeder alles werden kann.

 

 

OZ

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