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Augsburg feiert historische Rettung

Augsburg Augsburg feiert historische Rettung

Wie entfesselt stürmte Trainer Markus Weinzierl nach dem erlösenden 3:1 (1:0) gegen die SpVgg Greuther Fürth auf den Rasen. Flugs wurde der im Stadion gefeierte Retter ebenso wie Manager Stefan Reuter von den Fußball-Profis mit Bier überschüttet.

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Augsburgs Tobias Werner (M) bejubelt sein Tor zum 1:0 mit den Teamgefährten. Foto: Stefan Puchner

Augsburg. rde der im Stadion gefeierte Retter ebenso wie Manager Stefan Reuter von den Fußball-Profis mit Bier überschüttet.

„Sensationell. Wir waren an Weihnachten totgesagt, waren in einer Scheißsituation - aber wir haben uns da rausgekämpft“, erklärte der heisere Weinzierl im klatschnassen weißen Hemd. „Wir werden jetzt das eine oder andere Gläschen trinken“, kündigte Reuter eine lange Partynacht des Tabellen-15. FC Augsburg an.

Der herausragende Antreiber Tobias Werner (30. Minute) sowie Jan-Ingwer Callsen-Bracker (55.) und Dong-Won Ji (75.) hatten mit ihren Toren die 30 112 Zuschauer in einen Freudentaumel versetzt. Mit 33 Punkten stießen die Schwaben am Samstag - zum einzigen Mal neben dem 3. Spieltag - auf einen Nichtabstiegsplatz vor. Nach Spielende schlüpften die FCA-Profis in rote T-Shirts mit dem Aufdruck „Erstklassig“ sowie einem Schriftzug in Anlehnung an die Augsburger Puppenkiste: „Die Puppen tanzen weiter durch die Bundesliga“.

„Das ist ein Traum“, rief Kapitän Paul Verhaegh. „Ein unbeschreiblich geiler Tag, ein Feiertag“, stimmte Teamkollege André Hahn ein. Das Fürther Gegentor von Florian Trinks war egal (62.), dem FC Augsburg gelang am Samstag Einmaliges: Nie zuvor konnte in der Bundesliga ein Verein nach nur neun Punkten in der Hinserie dem Abstieg entgehen. „Was am letzten Spieltag passieren kann, ist Wahnsinn“, bemerkte der im Winter gekommene Manager Reuter.

Weinzierl hatte vor dem Abstiegsfinale von einer „positiven Drucksituation“ für seine Mannschaft gesprochen. Doch die wurde gleich mit einer Schrecksekunde auf die Probe gestellt, als Ragnar Klavan den Fürther Felix Klaus im Strafraum zu Fall brachte (3.).

Schiedsrichter Tobias Welz gab Elfmeter, zog aber nicht Rot gegen den FCA-Verteidiger. Dafür ließ er den von Edgar Prib verwandelten Strafstoß wiederholen, weil ein Teamkollege in den Strafraum gelaufen war. Beim zweiten Versuch scheiterte Prib an FCA-Torwart Alexander Manninger. „Das war Herzinfarkt pur“, kommentierte Weinzierl die Schlüsselszene: „Alex war der Türöffner für das Spiel.“

Zweiter Matchwinner war Tobias Werner, der das Spiel ankurbelte und gefährliche Freistöße schoss. Einer eröffnete Hahn eine Kopfballchance (25.), der nächste flog von rechts an allen Akteuren vorbei ins lange Eck. Das sechste Saisontor von Werner war wohl auch sein wertvollstes. Als auch noch Hannover gegen Düsseldorf in Führung ging, sangen die FCA-Anhänger: „Nie mehr Zweite Liga!“

Werner blieb auch nach dem Seitenwechsel der Aktivposten. Der 27-Jährige schoss gefährlich aus der Distanz (53.), flankte präzise auf Sascha Mölders, dessen Kopfball Fürths Keeper Wolfgang Hesl aber parieren konnte (54.). Die folgende Ecke zirkelte Werner auf den Kopf von Callsen-Bracker - es stand 2:0. Der Südkoreaner Ji sorgte nach dem Anschlusstor von Trinks für die Entscheidung. „Die Augsburger Erfolgsgeschichte geht weiter“, verkündete Kapitän Verhaegh stolz: „Wir haben nie aufgegeben und das Unmögliche geschafft.“

dpa

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