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Blindgänger in Hannover entschärft: Anwohner dürfen zurück

Massenevakuierung Blindgänger in Hannover entschärft: Anwohner dürfen zurück

Für Hannover war es eine Herausforderung: Zehntausende Menschen mussten wegen drei Blindgängern in Sicherheit gebracht werden. Trotz einer Problem-Bombe gelang die Entschärfung doch noch bis zum Abend.

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Patienten einer Alten- und Pflegeeinrichtung werden wegen der Bombenentschärfung verlegt.

Quelle: Peter Steffen

Hannover. Aufatmen in Hannover: Die letzte der drei Weltkriegsbomben ist entschärft, Einsatzkräfte und Bewohner sind erleichtert. Entwarnung gab es am Sonntagabend - damit waren die Kampfmittelbeseitiger im Zeitplan. Vor allem eine Fünf-Zentner-Bombe hatte das Ganze kompliziert gemacht. Deren Zünder war beschädigt, deshalb musste der Blindgänger mit einem Wasserstrahlschneidgerät unschädlich gemacht werden.

Am Ende sprengten die Spezialisten kontrolliert alle drei Zünder. „Sie waren sehr empfindlich, deshalb wurden sie vor Ort gesprengt. So konnten sie beim Transport nicht explodieren“, sagte Thomas Bleicher, Leiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes für Niedersachsen. Am Abend gegen 18 Uhr durften damit auch die 50 000 Menschen, die von der Evakuierung in Hannover betroffen waren, nach Hause zurückkehren. 

Tankstellen, Kioske und Bäckereien hatten wegen der Bombenentschärfung in drei Stadtteilen Hannovers an diesem Tag dicht gemacht - vormittags fuhren Polizeiwagen durch die Viertel, um die Bewohner zum Verlassen der Häuser aufzufordern: Zwei Stunden später waren die Straßen verwaist. 

An den Straßenbahnhaltestelle im Norden der Stadt standen am Sonntagmorgen viele Paare, Familien mit Kinderwagen und Taschen, Kinder hielten ihre Kuscheltiere fest. Fahrräder und Autos fuhren vorbei - alle in Richtung Zentrum, raus aus der Evakuierungszone. Es war die zweitgrößte Aktion dieser Art in der Nachkriegszeit: In Augsburg mussten vor einem halben Jahr 54 000 Menschen ihre Wohnungen verlassen.

In Hannover reagierten viele gelassen. „Hauptsache es geht nichts hoch“, sagt Kornelia Elsmann, die als Betreuerin an der Senioren-Residenz Vahrenwald arbeitet. Sie verbrachte den Tag in einer der Notunterkünfte, die in Schulen eingerichtet wurden.  

Die Unterkünfte wurden gar nicht voll: Viele Betroffene hielten sich bei teilweise sonnigem Wetter lieber draußen auf. Einige wie Dominik Kühn trafen sich bei Freunden zum Grillen. Er sagte: „Ein unwohles Gefühl habe ich nicht, aber als ich am Morgen die Einsatzwagen durch die Straßen habe fahren sehen und die Durchsagen zu hören waren - das war schon eine skurrile Stimmung. Fast wie in einem Endzeitfilm.“

Christiane Bosold ging mit ihrem Mann und zweijährigen Kind in den Zoo und hatte sicherheitshalber den Kofferraum des Familienautos vollgepackt, falls die Evakuierung erst spät am Abend zu Ende sein sollte. „Dann fahren wir nach Göttingen zu meinen Eltern“, so Bosold.

Die Stadt Hannover hatte ein Freizeitprogramm organisiert: Der Eintritt in einige Museen und Schwimmbäder war kostenlos, Kinos boten Sondervorstellungen an. Das Angebot nutzten viele. Allein ins Sprengel Museum kamen bis zum Mittag 700 Besucher, sagte eine Mitarbeiterin. Sonst seien es bis mittags nur etwa 200 Besucher. 

Mehr als 2400 Feuerwehrleute, Polizisten und andere Helfer waren im Einsatz - mit dabei auch etwa 180 Rettungs- und Krankenwagen, sowie zwölf Busse, auf denen vorn „Evakuierung“ stand. Gegen 14 Uhr galt das Areal als gesichert. Vorher war ein Hubschrauber - ausgestattet mit einer Wärmebildkamera - über das Gebiet geflogen, um letzte in Häusern gebliebene Menschen auszumachen. 

Auch für den Kampfmittelräumdienst war die Aktion eine Herausforderung: Zwei britische Fünf-Zentner-Bomben und eine Zehn-Zentner-Bombe wurden auf einem Baugelände identifiziert. Eine davon konnte nicht manuell entschärft werden, hieß es. Am Anfang waren die Einsatzkräfte noch von fünf Blindgängern ausgegangen. Zwei erwiesen sich als Metallschrott.  

Der Bahnverkehr geriet dadurch weit weniger durcheinander als befürchtet: Am Nachmittag konnte der Hauptbahnhof in Hannover doch vom Regional- und Fernverkehr genutzt werden. Ursprünglich hatten die Züge den Hauptbahnhof umfahren sollen. 

dpa

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Hannover

In Hannover gibt es heute eine der größten Evakuierungsaktionen in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg.

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