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Deutsche Wirtschaft warnt: Von Russland-Ächtung profitiert nur China

Berlin/Essen/Frankfurt Deutsche Wirtschaft warnt: Von Russland-Ächtung profitiert nur China

Bei harten Wirtschaftssanktionen gegen Russland fürchtet die deutsche Wirtschaft einen Schulterschluss von Moskau mit China.

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Wenig beeindruckt von den Sanktionen zeigte sich auch die Börse in New York. Foto: Andrew Gombert

Berlin. Bei harten Wirtschaftssanktionen gegen Russland fürchtet die deutsche Wirtschaft einen Schulterschluss von Moskau mit China.

„Russland würde sich zunehmend von Europa abwenden, der Gewinner der Krise wäre China. Das kann niemand wollen“, warnte der Vorsitzende des Ost-Ausschusses, Eckhard Cordes, am Montag in Berlin. Ein wirtschaftlicher Schaden zeichne sich längst ab. „Bei künftigen Investitionsentscheidungen hat Russland derzeit keine guten Karten.“ Moskau würde mit der Integration der Krim einen schweren Fehler machen.

Noch gebe es eine kleine Chance für eine diplomatische Lösung, meinte Cordes. Der Ost-Ausschuss vertritt allein in Russland die Interessen von rund 6200 deutschen Firmen.

Der Ausgang des umstrittenen Referendums auf der ukrainischen Halbinsel Krim zugunsten Moskaus und erste Sanktionen des Westens gegen Russland führten am Montag nicht zu den befürchten Kursrückgängen an den globalen Finanzmärkten. Die Börse in Moskau legte nach starken Verlusten in der Vorwoche sogar wieder etwas zu. Die Ölpreise fielen im Tagesverlauf leicht. Investoren rechneten nicht mit tiefer gehenden Einschnitten im Russland-Geschäft, hieß es im Handel.

Analysten der Commerzbank kommentierten, das Resultat des Referendums auf der Krim für einen Beitritt zum russischen Staat sei alles andere als überraschend gewesen und von den Märkten bereits vorweggenommen worden. Entsprechend waren sichere Anlagen wie der japanische Yen und der Schweizer Franken deutlich weniger gefragt. Der russische Rubel konnte seinen Sinkflug der vergangenen Wochen zunächst stoppen.

Der deutsche Leitindex Dax baute seine Gewinne am Nachmittag nach einem freundlichen Handelsauftakt an den US-Börsen aus. In der vergangenen Woche hatte die Unsicherheit um die Krim-Krise den Dax um mehr als drei Prozent ins Minus gedrückt. Diese Verluste wurden zu zu Wochenbeginn teilweise wieder aufgeholt.

Viele Beobachter warnten jedoch davor, den politischen Konflikt um die Zukunft der Krim auf die leichte Schulter zu nehmen. Die am Montag von der EU von den USA gegen Russland verhängten Sanktionen wie Einreiseverbote und Kontensperrungen wurden zwar als vergleichsweise moderat bewertet. Sollte die Krise aber weiter eskalieren, könnten wesentlich schärfere Maßnahmen folgen. Ökonomen sind sich sicher, dass unter Handelsbeschränkungen nicht nur die Wirtschaft Russlands leiden würde, sondern auch viele europäische Volkswirtschaften.

Die moskautreue Regierung der Krim ist unterdessen dabei, nach dem umstrittenen Russland-Referendum Fakten zu schaffen. Die selbst ernannte Führung beschlagnahmte mehrere ukrainische Staatsunternehmen auf der Halbinsel, darunter den Energieversorger Tschernomorneftegas. Sie seien per Parlamentsbeschluss verstaatlicht worden, teilten Medien in Simferopol am Montag mit. Ein Beitritt der Krim zu Russland wertet der Westen als Bruch des Völkerrechts.

Die Versorgungssicherheit Deutschlands im Gas- und Ölbereich sieht die Bundesregierung weiter nicht gefährdet. Das gelte auch für den geplanten Verkauf der RWE-Öl- und Gasfördertochter Dea an einen russischen Investor. RWE will die ertragsstarke Tochter an das Unternehmen LetterOne, hinter dem der russische Milliardär Michail Fridman steht, abgeben. Dabei wird ein Unternehmenswert von rund 5,1 Milliarden Euro zugrunde gelegt, wie RWE mitteilte. Die Regierung behalte sich eine Prüfung der Verkaufspäne vor, erklärte eine Sprecherin von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD).



dpa

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