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Nachrichten Die teuersten Verteidigungs-Flops
Nachrichten Die teuersten Verteidigungs-Flops
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00:00 27.08.2013

Seit Gründung der Bundeswehr 1955 gibt es bei der Beschaffung von Waffensystemen immer wieder peinliche Verzögerungen und Pannen. Zum Beispiel:

Spähpanzer „Hotchkiss“: Die nach französischer Lizenz ab 1959 hergestellten Panzer waren störanfällig und hatten einen so laut heulenden Motor, dass sie über Kilometer zu hören waren — im Ernstfall fatal.

Schützenpanzer HS 30: 10 000 Stück davon bestellte die Bundesregierung in den 50er Jahren bei der Schweizer Firma Hispano-Suiza, die zuvor Mofas herstellte. Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) und Verteidigungsminister Franz Josef Strauß (CSU) hatten bei der Bestellung nur ein Miniaturmodell aus Holz und Pappe gesehen. Der HS 30 war eine Fehlkonstruktion. 2000 Stück wurden für 520 Millionen Mark ausgeliefert. Es gab teure Nachbesserungen, dann stand der Nachfolger „Marder“ bereit.

U-Boot-Klasse 201: Die Boote wurden 1962 in Dienst gestellt und waren aus österreichischem Spezial-Stahl gebaut. Bei Testfahrten stellte sich jedoch heraus, dass dieser kein Salzwasser vertrug. Nach Auslieferung weniger Exemplare folgte der Baustopp. Einige Boote wurden als Schrott verkauft. Laut Insidern wurde so ein dreistelliger D-Mark-Millionenbetrag verpulvert.

Starfighter: Der Kampfflieger Lockheed F-104 erlangte als „Witwenmacher“ in den 60ern und 70ern traurige Berühmtheit. 292 von 917 Maschinen stürzten ab, 116 Piloten starben. Statt geplanter vier Milliarden kosteten die Starfighter über acht Milliarden Mark.

Flugabwehrsystem MEADS: Bis 2014 sollten zwölf dieser Systeme gekauft werden, um das veraltete Raketenabwehrsystem „Patriot“ zu ersetzen — für 2,85 Milliarden Euro. Jetzt werden es maximal zehn — für bis zu fünf Milliarden Euro.

A 400 M: Der Airbus-Transporter soll die alte Transall ablösen und eigentlich längst im Einsatz sein. Auslieferung der ersten von 53 bestellten, serienreifen Maschinen: frühestens 2014. Kosten: 27 statt kalkulierter 20 Milliarden Euro.

Eurofighter: 2004 wurde der erste beim Jagdgeschwader 73 „Steinhoff“ in Rostock-Laage in Dienst gestellt. 250 sollten es werden. Die Kosten für den Kampfjet explodierten jedoch von 33 Millionen Euro auf 139 Millionen pro Maschine. Und die Kosten pro Flugstunde verdoppelten sich durch Nachrüstungen auf 90 000 Euro. Die Bundeswehr kann sich so nur 140 Stück leisten.

Kampfhubschrauber Tiger: Auch dieses Projekt wird viel teurer als kalkuliert. Statt geplanter 80 bekommt die Bundeswehr nur 57.

Drohne Euro Hawk: Das Projekt mit einem Umfang von etwa 600 Millionen Euro steht vor dem Aus. Grund: Die Euro Hawk bekommt keine Zulassung für den Luftverkehr. Die Nachrüstung würde 500 bis 800 Millionen Euro kosten.

OZ