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„Dreimal im Jahr bricht alles zusammen“

Hamburg „Dreimal im Jahr bricht alles zusammen“

Am Hamburger Flughafen waren gestern viele Passagiere genervt. Wer konnte, wich auf die Bahn aus.

Hamburg. Noch nie ist die 23-jährige Claudia Berger in den Urlaub geflogen. Ihre erste Aufregung ist nun dem Ärger gewichen. „Ausgerechnet jetzt wird gestreikt“, sagt sie. „Mein Flieger sollte heute Nachmittag über Frankfurt nach London gehen. Eigentlich. Steht noch nicht hundertprozentig fest, ob das klappt. Wenn nicht, ist der Urlaub hin.“ Sie denkt, die Forderungen der Piloten würden auf dem Rücken der Fluggäste ausgetragen. „Ich bin traurig und geschockt und finde das blöd. Eigentlich verdienen die Piloten ja genug.“

Ein 39-jähriger Unternehmensberater blickt genervt zu den Monitoren. Fast im Sekundentakt wechselt die rote Schrift: cancelled, gestrichen, cancelled. Für den Ausstand an den deutschen Flughäfen hat er kein Verständnis. „Mal ist es die Flugabfertigung, mal sind es die Piloten. Nach meinem subjektiven Gefühl bricht hier dreimal im Jahr der Flughafen zusammen“, sagt der Hamburger. „Jede Gewerkschaft kocht ihr eigenes Süppchen. Und ob die Lufthansa-Piloten mehr verdienen müssen, ist wieder eine andere Frage.“

Stephan Reimann stellt sich auf die Seite der Streikenden: „Jeder versucht, das Beste für sich rauszuholen“, sagt der 45-Jährige, der nach Luxemburg reist. Ein sechsstelliges Jahresgehalt hält er für angebracht. Piloten seien schließlich jeden Tag unterwegs — was vor allem für Familien schwierig sei.

Viele Reisende tauschten ihre Flugtickets gegen Gutscheine der Deutschen Bahn um. Die Zahl der Fahrgäste, die ab Hamburg den Fernverkehr nutzten, sei höher als üblich, sagte gestern ein Bahn-Sprecher. Schwierigkeiten, das Aufkommen zu bewältigen, gebe es nicht. Sonderzüge standen auf Abruf bereit. Lufthansa und Germanwings haben für Flugausfälle mit der Deutschen Bahn ein Kooperationsabkommen.

Wird ein Flug annulliert, hat man ein Recht auf eine zeitnahe Ersatzbeförderung mit der gleichen Airline oder bekommen das Geld zurück, erklärt Sabine Fischer-Volk von der Verbraucherzentrale Brandenburg. Ein Anspruch auf Umbuchung auf eine andere Airline besteht nicht. Die Lufthansa bietet auf Wunsch jedoch freiwillig eine Umbuchung an.

 



OZ

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