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Eine Geschichte von Feindschaft und Versöhnung

Paris Eine Geschichte von Feindschaft und Versöhnung

Die Annäherung Deutschlands und Frankreichs nach dem Zweiten Weltkrieg bereitete den Weg für die Europäische Union.

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1984: François Mitterrand (l.) und Helmut Kohl in Verdun.

Quelle: Fotos: dpa

Paris — Deutschland und Frankreich verbindet eine lange Beziehung, und oft genug war sie blutig. Nach dem Zweiten Weltkrieg näherten sich beide Länder 1951 in der Montanunion an, die der französische Außenminister Robert Schumann vorgeschlagen hatte. Wer gegenseitig seine Stahl- und Kohleproduktion kontrolliert, kann nicht unbemerkt einen Krieg vorbereiten, das war der Gedanke dahinter. Es war zugleich die Keimzelle der Europäischen Union.

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1984: François Mitterrand (l.) und Helmut Kohl in Verdun.

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1958 trafen sich Bundeskanzler Konrad Adenauer und Frankreichs Präsident Charles de Gaulle erstmals in Colombey-les-deux-Eglises. Das Treffen auf dem Landsitz de Gaulles legte den Grundstein für die persönliche Freundschaft der beiden Politiker und den gemeinsamen Aufbau der deutschfranzösischen Freundschaft. 1962 nahmen Adenauer und de Gaulle gemeinsam an einer Versöhnungsmesse in der Kathedrale von Reims teil, de Gaulle rief in dem Jahr vor dem Schloss in Ludwigsburg in seiner berühmten „Rede an die deutsche Jugend“ zur Aussöhnung beider Länder auf. 1963 unterzeichneten sie in Paris den Élysée-Vertrag zur deutsch-französischen Zusammenarbeit, und es wurde das Deutsch-Französische Jugendwerk gegründet, das den Austausch von jungen Leuten beider Länder organisiert.

Fünfzehn Jahre später, 1978, legten Valéry Giscard d‘Estaing und Bundeskanzler Helmut Schmidt die Grundsteine für das Europäische Währungssystem. Und weitere fünfzehn Jahre darauf unterstützte François Mitterrand im Bundestag die Entscheidung der Bundesrepublik, auf ihrem Boden US-Raketen gegen die sowjetische Bedrohung zu stationieren. 1984 schrieb Mitterrand mit Helmut Kohl Geschichte, als sie über den Gräbern von Verdun Hand in Hand der französischen und deutschen Opfer beider Weltkriege gedachten. Im Jahr des Mauerfalls schließlich nahm die deutsch-französische Militärbrigade ihre Arbeit auf. Als Deutschland 1990 zusammenwuchs, kündigte Mitterrand in München den Rückzug der in Deutschland seit Kriegsende stationierten französischen Truppen an. 2008 zogen die letzten Soldaten ab.

Es war Gerhard Schröder, der 1999 als erster Bundeskanzler vor der französischen Nationalversammlung sprach. Und er nahm fünf Jahre später ebenfalls als erster Kanzler beim Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie an den Gedenkfeiern in Frankreich teil. Er entschuldigte sich dabei auch bei den Opfern des Massakers von Oradour-sur-Glane.

Im Jahr davor war das 40. Jubiläum des Élysée-Vertrages gefeiert worden. Seither gilt der 22. Januar offiziell als „Tag der deutsch-französischen Freundschaft“.

 

OZ

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