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Markus Ingenlath ist Generalsekretär des Deutsch-Französischen Jugendwerks.

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Markus Ingenlath.

Quelle: L. Chaperon

Markus Ingenlath ist Generalsekretär des Deutsch-Französischen Jugendwerks.

OSTSEE-ZEITUNG: Was bringt der Besuch Joachim Gaucks in Oradour für die deutsch-französischen Beziehungen?

Markus Ingenlath: Er zeigt den Franzosen, dass sich die Deutschen der gemeinsamen Geschichte weiterhin stellen. Auch Frankreich tut sich mit der Erinnerung an Oradour noch schwer — vor allem wegen der Franzosen aus dem Elsass, die an dem Massaker beteiligt waren. Nach 50 Jahren Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich geht es darum, über die Geschichte in einem gemeinsamen, europäischen Zusammenhang zu sprechen. Dafür setzen wir uns seit langem ein, gerade in Oradour.

OZ: Reagieren deutsche und französische Jugendliche unterschiedlich auf diesen Ort?

Ingenlath: Die französischen Jugendlichen haben zum Teil mehr Geschichtsbewusstsein als die deutschen. Bei uns erinnert man sich allgemein an die Gräuel des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs, aber in Frankreich haben sie auf dem eigenen Territorium stattgefunden.

OZ: Wie entwickelt sich das Interesse der deutschen und französischen Jugendlichen füreinander?

Ingenlath: Wir haben großen Zulauf. Die Versöhnung, die die ersten Generationen des Jugendaustauschs noch beschäftigt hat, ist abgeschlossen. Heute geht es darum, sich gegenseitig besser kennenzulernen und zusammen an Projekten zu arbeiten — zum Beispiel im Umweltschutz, im sozialen Bereich oder zum Thema Europa.

OZ: Werden Deutsche und Franzosen ganz normale Nachbarn wie Franzosen und Italiener?

Ingenlath: Ja. Ich glaube, durch die vielen Begegnungen kennen sich Deutsche und Franzosen inzwischen sogar besser als Italiener und Franzosen. Interview: kab

 

OZ

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