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Nachrichten „Hören wir auf mit Besserwisserei“
Nachrichten „Hören wir auf mit Besserwisserei“
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00:00 29.03.2014

Bamako/Berlin — Die zweite Station seiner dreitägigen Afrikareise hat Entwicklungshilfeminister Gerd Müller gestern nach Mali geführt. Und er war guter Hoffnung, dass sich die Dinge dort zum Besseren wenden. Das krisengeschüttelte Land habe alle Voraussetzungen, seine Bürger in Zukunft selbst ernähren zu können, sagte er.

Mit der Stärkung der Landwirtschaft werde nicht nur der Hunger in Mali bekämpft, wo Deutschland den Wiederaufbauprozess vor allem bei der Wasserversorgung, der Ernährungssicherung und beim Aufbau von Gemeindestrukturen unterstützt. Man eröffne damit auch Lebensperspektiven für junge Menschen in den ländlichen Gebieten. Dies sei ein klares Beispiel dafür, „dass gelungene Entwicklungspolitik auch Friedenspolitik ist“.

In Mali hatte ein Militärputsch vor zwei Jahren zu schweren Erschütterungen geführt. Tuareg-Rebellen und radikale Islamisten nutzten das folgende Machtvakuum und eroberten den Norden des Landes.

Durch einen internationalen Militäreinsatz mit Beteiligung Frankreichs konnte das Gebiet für die Regierung zurückerobert werden. Seit August hat Mali mit Ibrahim Boubacar Keïta wieder einen demokratisch legitimierten Präsidenten, im November wurde ein neues Parlament gewählt. Die Sicherheitslage besonders im Norden ist aber weiterhin prekär, rund ein Fünftel der 15 Millionen Malier sind vom Hunger bedroht.

Afrika hat Müller besonders im Blick. Es sei ein Kontinent der Chancen, sagt er und will den Staaten auf Augenhöhe begegnen: „Hören wir auf mit Lektionen und Urteilen, mit Besserwisserei.“ Das neue Afrika-Konzept der Bundesregierung soll Anreize für deutsche Firmen schaffen, in den Kontinent zu investieren. Bildungsprojekte will Müller verstärkt fördern und gegen Mangel- und Unterernährung vorgehen. Ihm schweben sogenannte grüne Zentren vor, durch die mit deutscher Hilfe die Landwirtschaft in den Regionen besser genutzt werden kann.

Im Koalitionsvertrag haben Union und SPD versprochen, bis 2017 zwei Milliarden Euro zusätzlich für die Entwicklungspolitik bereitzustellen. Die erste Tranche wurde im aktuellen Haushalt bereits freigegeben. Ein Triumph für den Entwicklungsminister. Hilfsorganisationen hoffen nun, dass es nicht nur bei einer „Luftbuchung“ bleibt.



OZ

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