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Kultur 17 Mal Fernsehliebling
Nachrichten Kultur 17 Mal Fernsehliebling
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00:00 11.12.2017
Weltbürger der kleinen DDR: Heinz Florian Oertel war auf allen Kontinenten unterwegs. Quelle: Foto: Stephanie Pilick/dpa

Seine markante Stimme macht ihn bekannt, sein „Waldemar, Waldemar!“ für immer berühmt. Der Reporter mit der hohen Stirn und der blumigen Sprache gehörte vier Jahrzehnte lang zum DDR-Alltag – wie der Trabi und die Soljanka, wie Täve Schur und die Aktuelle Kamera. Dass es Heinz Florian Oertel mal die Sprache verschlägt, das kommt höchst selten vor. Doch kurz vor seinem 90. Geburtstag am heutigen Montag hat es ihn heftig erwischt: Ein starker Infekt setzt Oertel matt, er ist erkältet und spricht kein Wort, um es nicht noch schlimmer zu machen. An eine Party zum 90. selbst daheim in Berlin ist nicht zu denken. Oertels Ehefrau Hannelore hält alle Aufregung und vor allem Interview-Wünsche von ihrem Mann fern. Seit 60 Jahren kennen sich die beiden schon. „Wir möchten jetzt Ruhe haben! Ich möchte, dass er 95 wird“, sagt sie.

Mit drei prägnanten Sätzen in neun Sekunden setzt sich Oertel am 1. August 1980 – ungewollt und ungeahnt – selbst ein Reporterdenkmal. „Liebe junge Väter oder angehende – haben Sie Mut! Nennen Sie Ihre Neuankömmlinge des heutigen Tages ruhig Waldemar! Waldemar ist da!“ Zum zweiten Mal nach 1976 kommentiert der gebürtige Lausitzer nun in Moskau das olympischen Goldrennen von Marathonläufer Waldemar Cierpinski. Noch heute wird der Läufer aus Halle an der Saale jede Woche „drei- bis viermal auf der Straße“ auf diesen „Waldemar“ angesprochen.

Von seinen Millionen Fans wurde der eloquente Tausendsassa 17 Mal zum „Fernsehliebling des Jahres“ gewählt – ein Ritterschlag, denn das schaffte kein anderer DDR-Promi. Bei 17 Olympischen Spielen, acht Fußball-Weltmeisterschaften sowie 25 Welt- und Europameisterschaften im Eiskunstlauf war er live auf Sendung. In seinen 50 Berufsjahren reiste der kahlköpfige Reporter auf alle Kontinente.

OZ

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