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26 000 Kinder in MV bekommen ein Buch geschenkt

Schwerin 26 000 Kinder in MV bekommen ein Buch geschenkt

Welttag des Buches soll Lesen fördern / Debatten um neue Wege der Verlage

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Autorin Kate Dakota verlost im Netz Bücher – für Rezensionen.

Quelle: Foto: Dpa

Schwerin. Etwa 26 000 Kinder in Mecklenburg-Vorpommern an 555 Schulen des Bundeslandes bekommen zum Unesco-Welttag des Buches am 23. April im örtlichen Buchhandel ein Buch geschenkt. Für Schüler der Klassen 4 und 5 seien entsprechende Gutscheine für den Abenteuerroman „Das geheimnisvolle Spukhaus“ von Henriette Wich bestellt worden, teilte die Stiftung Lesen mit.

OZ-Bild

Welttag des Buches soll Lesen fördern / Debatten um neue Wege der Verlage

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Begleitend zur Aktion „Ich schenk dir eine Geschichte“ hätten viele der teilnehmenden 3500 Buchhandlungen in Deutschland kreative Aktionen rund um die Themen Bücher und Lesen geplant.

Mit Henriette Wichs Geschichte um eine Gespenster- und Schatzjagd wollen die Stiftung Lesen, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und weitere Partner dieser Geschenk-Aktion Kinder zum Lesen anregen. Deutschlandweit verteilte die Stiftung Gutscheine an rund 850000 Viert- und Fünftklässler sowie rund 90000 Schüler aus Integrations- und Förderklassen. Im Vorfeld hatten mehr Lehrer als je zuvor ihre Schulklassen für die Aktion angemeldet: Demnach sind rund 200000 Schüler mehr beteiligt als im Vorjahr. Die diesjährige Geschichte beinhaltet zusätzlich eine 32-seitige Bildergeschichte, so dass auch Integrations- und Willkommensklassen mit Flüchtlingskindern und Kinder mit Lern- und Leseschwächen in den Genuss des Buches kommen, hieß es.

Der 23. April war 1995 durch die Unesco zum Welttag des Buches und des Urheberrechts erklärt worden. Er wird in über 100 Ländern mit Lesungen und anderen Aktionen begangen. Das Datum geht auf eine Tradition in Katalonien zurück: Zum Namenstag des Schutzheiligen St. Georg werden dort Rosen und Bücher verschenkt. Der 23. April ist zugleich der Todestag von William Shakespeare und Miguel de Cervantes.

Auch Diskussionen über Entwicklungen im Literaturbetrieb und beim Geschäft mit Büchern werden geführt. So über die Online-Literaturplattform LovelyBooks.de. Die Nutzerzahlen steigen rasant, die Seite bedient eine Leerstelle, die Verlage und Veranstalter bisher nicht füllen konnten.

Auf LovelyBooks geht es jeden Tag zu wie auf einer großen Buchmesse. Leser tauschen sich untereinander und mit Autoren aus, nehmen an virtuellen Literatursalons oder Leserunden teil.

Um das zu stimulieren, verlost beispielsweise die Schriftstellerin Kate Dakota auf LovelyBooks.de ein paar Exemplare ihres neuen Romans „Für dich bis ans Ende der Welt“. Die Bedingung: Leser und Leserinnen müssen eine Rezension verfassen und online mit Dakota über den Roman diskutieren. Dakota braucht die Leser von LovelyBooks. Die Plattform versammelt die größte deutschsprachige Buchcommunity im Internet. Alleine in den letzten drei Jahren ist die Nutzerzahl von 112 000 auf rund 1,5 Millionen gewachsen – Tendenz steigend . Buchfans schätzen diesen direkten Kontakt. Mehrere hundert Rezensionen haben sie in den vergangenen Jahren geschrieben, in virtuellen Buchregalen sammeln sich Tausende Bücher.

Für die Verlage ist das Gold wert. Denn wie die Nutzer ihre Lektüren bewerten und welche Bücher sie auf Wunschlisten packen, ist öffentlich. Damit stellen sie den Verlagen umsonst bereit, was diese sonst durch Marktforschung herausfinden müssten. Kate Dakotas neuer Roman erscheint nicht etwa in Eigenregie, sondern als E-Book im Ullstein-Verlag. Auch andere große Verlage schicken ihre Autoren zu LovelyBooks.

„Knallharte kommerzielle Interessen“ stecken daher für Wolfgang Tischer, Buchhändler und Betreuer der Literaturseite „literaturcafe.de“, hinter LovelyBooks. Doch verurteilen möchte er die Plattform dafür nicht. „LovelyBooks hat das Gespräch über Bücher ins Netz gebracht“, sagt er.

Bestsellerlisten zeigen: Europas Leser bevorzugen Bücher von heimischen Autoren

Europa präsentiert sich vielfältig: Nachdem in den Vorjahren globale Phänomene wie „Shades of Grey“ oder „Harry Potter“ die Bestsellerlisten anführten, stehen 2017 bislang nationale Autoren hoch im Kurs. Wie GfK Entertainment zum „Welttag des Buches“ zeigt (siehe nebenstehende Grafik), landen in neun von zehn untersuchten Ländern heimische Schriftsteller in den Top 3 der meistverkauften Bücher. Polit-Titel sind ganz vorne, darunter Hugo Portischs „Leben mit Trump“ (in Österreich), Mohamed El Bachiris „Ein Dschihad der Liebe“ (in den Niederlanden) oder die Analyse „Quinta-Feira e Outros Dias“ von Ex-Staatspräsident Aníbal Cavaco Silva (in Portugal).

Schweizer Leser haben es mehrheitlich auf Martin Suter abgesehen, dessen neuer Roman „Elefant“ sich 2017 bisher besser als jedes andere Buch verkauft. Auch das erfolgreichste Sachbuch stammt von Philipp Gurts: „Schattenkind“ über Kindesmissbrauch. In Österreich platziert sich Bernhard Aichner mit seinen Krimis „Totenrausch“, „Totenhaus“ sowie „Totenfrau“ dreifach in der Top 5. In Deutschland rangiert Jojo Moyes („Im Schatten das Licht“) zwar wie in Österreich ganz oben – aber zwei nationale Titel erobern die Top 5: Sebastian Fitzeks „AchtNacht“ und Klaus-Peter Wolfs „Ostfriesentod“.

Belgier hieven die Comic-Schreiber Merho (Flandern) und Hergé (Wallonien) an die Spitze, während Niederländer den Kinderbuchautor Jacques Vriens bevorzugen. In Italien kommt „Good Night Stories for Rebel Girls“ von Francesca Cavallo und Elena Favilli am besten an. Spanier setzen auf ihre Topautoren Fernando Aramburo („Patria“) und Carlos Ruiz Zafón („Das Labyrinth der Lichter“);

Polen lassen sich von Sexualwissenschaftlerin Michalina Wislocka in die „Kunst der Liebe“ einführen.

Hannes Stepputat und Lisa Forster

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