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Kultur 80 Jahre lang eine Leinwand-Schönheit: Danielle Darrieux ist tot
Nachrichten Kultur 80 Jahre lang eine Leinwand-Schönheit: Danielle Darrieux ist tot
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00:00 20.10.2017
Paris

. Kokett, charmant, betörend, elegant und voller Talent: Danielle Darrieux war mit Gaben überhäuft. Rund acht Jahrzehnte lang stand die Französin vor der Kamera, mehr als 130 Filme hat sie gedreht, oft mit den Größten der Branche. Mit Rollen in „Der Reigen“ und „Madame de ...“ war sie in den 50er Jahren ein internationaler Filmstar. Noch im hohen Alter feierte sie Erfolge, stets eine attraktive Erscheinung, zum Beispiel in „8 Frauen“ von François Ozon im Jahr 2002. Nun ist die Leinwanddiva, die die Franzosen liebevoll „DD“ nannten, im Alter von 100 Jahren am Dienstag in der Nähe von Paris gestorben. Sie sei einfach eingeschlafen, teilte ihr Lebensgefährte gestern der französischen Nachrichtenagentur AFP mit.

Danielle Darrieux, Grande Dame des französischen Kinos FOTO: DPA

„Danielle Darrieux ist eine der ganz wenigen Darsteller, die unvorbereitet in eine Rolle wie in eine zweite Haut schlüpfen“, sagte einst Max Ophüls, mit dem sie große Filme wie „Pläsier“ und „Madame de...“ drehte. Auch in einer Verfilmung von Stendhals „Rot und Schwarz“ begeisterte sie mit ihrer natürlichen Schönheit und Eleganz.

In den 60er Jahren feierte sie weitere Erfolge: Mit der schwarzen Komödie „Der Frauenmörder von Paris“ von Claude Chabrol, dem Filmmusical „Das Mädchen von Rochefort“ und „24 Stunden aus dem Leben einer Frau“ nach der gleichnamigen Novelle von Stefan Zweig eroberte sie sich ein Millionenpublikum.

Darrieux wurde in Bordeaux als Tochter eines Augenarztes und einer Gesangslehrerin geboren. Sie studierte am Pariser Konservatorium Gesang und Cello. Erstmals stand sie als Vierzehnjährige bei den Dreharbeiten zu „Le Bal“ von Wilhelm Thiele vor der Kamera. Nur fünf Jahre später gelang ihr 1936 mit „Mayerling“ von Anton Litvaks der internationale Durchbruch. In dem Historien- und Kostümfilm bezauberte sie als junge Bürgerliche, die dem Kronprinz Rudolf von Österreich-Ungarn den Kopf verdreht. Im Wien von 1888/1889 wurde ihre Liaison zum Skandal. Mit dem Drama, in dem Rudolf aus Verzweiflung Mary und sich selbst erschießt, schaffte sie auch den Sprung nach Hollywood. Dort drehte sie 1938 „The Rage of Paris“ (Wirbelwind aus Paris), eine Komödie, in der sie versucht, sich einen Millionär zu angeln. „Regisseure und Drehbuchautoren vergessen gerne Schauspielerinnen, die keine 20 Jahre mehr sind“, erklärte sie einst. Eine Feststellung, die nicht auf sie zutraf. So war sie 2002 in dem Erfolgsfilm „8 Frauen“ zu sehen, 2003 in „Gefährliche Liebschaften“, 2004 in „Une vie à t’attendre“ und 2005 in „Nouvelle Chance“. Darrieux hatte sich 2010 von Film und Bühne verabschiedet und sich seitdem hauptsächlich ihrer Rolle als Großmutter gewidmet. Sabine Glaubitz

OZ

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