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Kultur Bachfest in Rostock mit internationalen Stars und Lokalgrößen
Nachrichten Kultur Bachfest in Rostock mit internationalen Stars und Lokalgrößen
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16:44 07.12.2018
Julia Sophie Wagner, Sopransängerin Quelle: Agentur
Leipzig/Rostock

Mai 2019 – das wird in Rostock ein Aufgalopp der internationalen Stars der Klassikszene und der lokalen Musikgrößen der Hansestadt und Umgebung. Und es wird, als klinge ein Kulturecho durch die Zeitgeschichte. „In einem Nest wie hier arbeitet man vergeblich: die Musik ist nichts für Fressbauern und Professoren!“ Ganz schön böse, was Hermann Kretzschmar - Dirigent und städtischer als auch akademischer Musikdirektor von 1877 bis 1887 in Rostock - da der Hansestadt für ein Urteil ins ideele Gästebuch geschrieben hatte. Kretzschmar wandte Rostock den Rücken zu, ging zurück nach Leipzig und gründete 1901 in Berlin das Bachfest. Eine Idee, die er zuvor eigentlich in Rostock hatte umsetzen wollen. Vergebens.

Es bleibt die Frage, welches Urteil Kretzschmar heute über die Kultur- und Musikszene Rostocks fällen würde. Vielleicht kann man mit sehr viel gutem Willen den Aufgalopp der Musiker, die sich mit dem Werk Johann Sebastian Bachs (1685-1750) auseinandersetzen, im Mai 2019 in Rostock als einen guten Anfang werten. Vom 10. bis 19. Mai 2019 läuft an zwölf Standorten in Rostock das 94. Bachfest unter dem Motto „Kontrapunkte“. Das bezieht sich durchaus auf die Musik, aber natürlich auch auf den Diskurs und die moderne Auseinandersetzung mit der Musik eines Komponisten, der vor fast 260 Jahren gestorben ist.

Vom 1. bis 19. Mai 2019 läuft in der Hansestadt Rostock das 94. Bachfest mit 80 Veranstaltungen, davon 58 Konzerten an zwölf Standorten. Im Programm internationale Stars der Klassik als auch regionale Musikgrößen.

Die Neue Bachgesellschaft führt die Musiktage rund um Johann Sebastian Bach seit 1901 mit Ausnahme der Kriegsjahre jedes Jahr an einem anderen Ort durch. In den Nuller- und Fünferjahren ist jeweils Leipzig als Heimatstadt des berühmten Thomaskantors an der Reihe. Vor Rostock waren Tübingen, Ansbach und Dresden Veranstalter. Anschließend geht das Fest zur 95. Ausgabe wieder nach Leipzig. Zuletzt war das Bachfest 1995 in Rostock.

In Rostock bietet der Bachverein Rostock 80 Veranstaltungen – davon 58 Konzerte. Dazu kommen Gottesdienste, Lesungen, Vorträge. Die Hansestadt versuche, die Vorgaben zur Ausrichtung des Fests zu erfüllen, sagt Birger Birkholz, Vorstandsvorsitzender des Bachvereins. Dazu gehöre eben nicht nur ein glänzender Aufgalopp internationaler Stars. Birkholz: „Wir wollen die regionalen Künstler, die vor Ort agieren, und die Stars der internationalen Szene vereinigen.“ Dafür wurde der Rostocker Johannes-Kantor Markus Johannes Langer als Künstlerischer Direktor eingesetzt. Langer war vor einem Jahr noch in der Endrunde um den Leipziger Thomas-Kantor, schied dann aber aus. Ins Bachfest integriert seien neben Hochschule für Musik und Theater, Universität und Volkstheater natürlich auch das Rostocker Konservatorium, die Kreismusikschule Bad Doberan und die Carl-Orff-Musikschule Rostock, der Motettenchor, Schulen, Kirchgemeinden, die Jugendkunstschule Arthus in Rostock und regionale Musikgrößen wie der Gitarrist Wolfgang Schmiedt oder der Pianist und HMT-Professor Matthias Kirschnereit.

Dazu werden Stars der Klassikszene kommen. Die schillernde Sopranistin Julia Sophie Wagner singt zum Beispiel zur Eröffnung am 19. Mai in der Nikolaikirche Bach und Dvořáks „Stabat Mater“. Matthias Kirschnereit spielt in der Kunsthalle (12. Mai) Bachs Klavierwerke wie das Italienische Konzert oder das Wohltemprierte Klavier. Die Sopranistin Dorothee Mields singt im Barocksaal (13. Mai) Kantaten. Die Freejazz-Sängerin Lauren Newton aus den USA singt in der Nikolaikirche gemeinsam mit regionalen Musikern wie Thomas Klemm (Saxophon)m Wolfgang Schmiedt (Gitarre) und Karl Scharnweber (Orgel) Lieder aus Schemellis Gesangsbuch (13.Mai). Der Hochschulchor der HMT unter Leitung von Bernd Spitzbarth bietet in der Universitätskirche Dvořáks Messe in D-Dur (13. Mai). Die Cembalistin Hedwig Bilgram und der Cellist Wen-Sinn Yang spielen im Rittersaal von Gut Hohen Luckow drei Sonaten für Violoncello und Cembalo von Bach (14. Mai). In der Stadthalle wollen die Flying Steps – Weltmeister im Breakdance – mit dem Programm „Flying Bach“ beweisen, dass sogar Bach und Breakdance zusammenpassen (15. Mai). Das Gideon Klein Trio, die Violinistin Susanne Herzog, der Bratschist Gernot Adrion und der Cellist Hans-Jakob Eschenburg spielen im Barocksaal Bachs Goldberg-Variationen (15. Mai). Außerdem treten internationale Stars wie die Pianisten Jan-Aurel Dawidiuk (16. Mai), Steffen Schleiermacher (16. Mai), Serra Tavsanli (16. Mai), der Bass-Bariton Benjamin Appl (16. Mai), der Cembalist Ton Koopman (17. Mai), der Dirigent Peter Kooij (11. Mai) und international renommierte Klangkörper wie der Dresdner Kreuzchor, das Aurum Ensemble, Musica Baltica, Lautten Compagnei Berlin oder die Barock Solisten der Berliner Philharmoniker unter Leitung von Reinhard Goebel (16. Mai) in Rostock auf. Und natürlich regionale Ensembles vom Shantychor Breitlings bis zur NDR Big Band.

Birger Birkholz sieht in dem Programm nicht nur ein buntes Potpourri durch die Jahrhunderte und Genres: „Das Motto Kontrapunkte bezieht sich auch darauf, der Musik von Bach etwas entgegen zu setzen von den Breakdancern von Flying Bach über Konzerte in der Werft bis zu den Bläsern, die jeden Abend nach den Glockenschlägen der Warnemünder Kirche um 18 Uhr vom Leuchtturm Bachwerke spielen.“

Von Michael Meyer

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