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Abschied mit Sibelius

Schwerin Abschied mit Sibelius

Seit 2013 ist der Wiener Gregor Rot (36) 1. Kapellmeister am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin und hat bedeutsame Musiktheater-Produktionen einstudiert und ...

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Schwerin. Seit 2013 ist der Wiener Gregor Rot (36) 1. Kapellmeister am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin und hat bedeutsame Musiktheater-Produktionen einstudiert und geleitet, darunter Strawinskys „The Rake’s Progress“ oder die moderne amerikanische Oper „Dead Man Walking“, zuletzt Gounods „Margarethe“. Jetzt dirigierte er das Saison-Abschlusskonzert der Mecklenburgischen Staatskapelle – es war sein Abschiedskonzert, denn er wird nach Bielefeld gehen.

Schwerpunkt seines Programms war der Finne Jean Sibelius, in dessen Musik es immer ein dunkles mythisches Geheimnis zu geben scheint, eingehüllt in einen eigenen Klang von dunkel-glühender Leidenschaftlichkeit. Dessen schwermütig-kraftvolle Spätromantik kontrastierte er mit der Seltenheit des Fagottkonzertes (1811) von Carl Maria von Weber, in dessen Wechselspiel von liebenswürdig klassischem Konzertieren und romantischer Verschattung man das meisterhafte Spiel von Sophie Dartigalongue (26), Solofagottistin der Wiener Philharmoniker, erleben konnte.

Höhepunkt aber war die Sinfonie Nr. 7 C-Dur op. 115 (1924) von Sibelius, seine letzte vor einem über 30-jährigen rätselhaften musikalischen Verstummen. Bewegend, überzeugend und eindrucksvoll, wie Rot im scheinbar freundlichen C-Dur den stets präsenten „dämonischen“ Untergrund spüren ließ, ohne äußerliche Wucht, in einen konzentrierten verinnerlichten sinfonischen Prozess in Bewegung gesetzt.

Manchmal in kammermusikalischer Durchsichtigkeit, dann in gut ausgewogenen farbenreichen Klangbalancen zwischen Streichern und Bläsern. Wie der erneute Aufstieg aus der Beladenheit ins Lichte, in die befreite, innere gelassene Erhabenheit des Posaunenthemas, das den Abschluss bildet: ein verheißungsvolles Ziel, aber nicht mühelos erreichbar.

OZ

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