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Ai Weiwei in Wien: Kunstwerk aus Rettungswesten

Wien Ai Weiwei in Wien: Kunstwerk aus Rettungswesten

Als Konzeptkünstler ist Ai Weiwei weltweit ein Star - und ein Nomade. Als Kind hat er das Schicksal eines Flüchtlings am eigenen Leib erlebt. In der Krise setzt er in Wien ein Zeichen für Humanität.

Wien. Sie sehen von Ferne fast aus wie Seerosen. Doch beim näheren Hinsehen werden es Symbole der Flucht und Verzweiflung - auf kleinen Plattformen schwimmende Rettungswesten.

Der chinesische Konzeptkünstler Ai Weiwei hat im Park des Wiener Belvedere 1005 Stück dieser Lebensretter von griechischen Stränden zu einem Kunstwerk arrangiert, das den Buchstaben „F“ bildet. Sein Plädoyer für mehr Menschlichkeit ist eine der zentralen Botschaften der Ausstellung „translocation - transformation“ (14.7.-20.11.2016) im Belvedere und im 21er Haus. Sie thematisiert Veränderungsprozesse, die durch Ortswechsel, Vertreibung und Migration ausgelöst werden.

„Das erzählt so viel über unsere Zeit“, sagte Ai Weiwei am Mittwoch zur Ausstellungseröffnung über die in Massen zurückgelassenen Westen. - über Entwurzelung und die oft von äußerster Skepsis bestimmte Reaktion der Menschen in den Zielgebieten.

Der spätestens seit seinem Auftritt bei der Documenta 2007 auch in Deutschland bekannte Künstler und Regimekritiker kennt das Schicksal der Migranten. „Ich wurde als Flüchtling geboren, da mein Vater ins Exil geschickt wurde, als ich ein Junge war. Ich bin über Jahre in Flüchtlingslagern aufgewachsen, während mein Vater öffentliche Toilettenanlagen putzen musste.“ Er wisse, was es bedeute, diskriminiert und unterdrückt zu werden, so der in Berlin lebende Künstler im Vorfeld der Schau.

Prunkstück der Schau ist eine Ahnenhalle aus der späten Ming-Dynastie (1368-1644), die im 21er Haus erstmals außerhalb Chinas zu sehen ist. Die 14 Meter hohe und aus 1300 Einzelteilen bestehende Holzkonstruktion hatte einer Teehändlerfamilie gehört, die in der Kulturrevolution vertrieben wurde. Die Reise der Teile im Containerschiff von China nach Wien sei bewusst mit GPS-Daten live verfolgbar gemacht worden, sagte Kurator Alfred Weidinger. „Wir haben alle immer nur Bilder der Ankunft im Kopf, aber wir wollen darauf hinweisen, dass der Weg sehr, sehr wichtig ist.“

dpa

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