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Kultur Ai Weiwei in der Tradition von Duchamp
Nachrichten Kultur Ai Weiwei in der Tradition von Duchamp
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13:10 06.05.2017
Der chinesische Künstler Ai Weiwei (59) im Podium mit den Kunstwissenschaftlern Gerhard Graulich (l.) und Kornelia Röder (r.). Neben Ai Weiwei der Übersetzer Lin Xiuyong. Quelle: Dietmar Lilienthal
Schwerin

Ai Weiwei (59) trat in Schwerin auf. Der als Bildhauer, Kurator, Filmemacher und vor allem Konzeptkünstler und Dissident berühmt gewordene Chinese sprach vor 230 Besuchern im ausverkauften Oudry-Saal des Schweriner Museums über sein Verhältnis zu dem Künstler Marcel Duchamp (1887-1968). Dessen Werken war Ai Weiwei als junger Mann begegnet, als er zwölf Jahre (1981 - 1993) in den USA leben und arbeiten konnte. Wenn es für ihn ein Vorbild gebe, sagte Ai Weiwei, dann sei es Duchamp.

Anlass des Schweriner Gesprächs in der Rendezvous-Reihe des Museums war die Begründung der Konzeptkunst vor fast genau 100 Jahren. Im April 1917 nämlich hatte Marcel Duchamp, damals knapp 30 Jahre junger Künstler, ein handelsübliches Urinal (Pissbecken) mit der Signatur „R. Mutt“ versehen und zur ersten Ausstellung der neuen New Yorker Gesellschaft Unabhängiger Künstler eingesandt. Duchamp, selbst Gründungsmitglied der Gesellschaft und einer der Direktoren, blieb inkognito, und das Berühmteste an dieser ersten Schau ist bis heute der Umstand, dass sein Urinal mit dem Titel „Fountain“, nach heftiger Debatte nicht ausgestellt wurde. Solche „Ready-mades“  hatte Duchamp schon früher ausgestellt, doch diese zum Skandal hochgepushte Aktion mit ihren Auswirkungen bis heute gilt nun als Gründungsakt moderner Konzeptkunst.

Im Schweriner Museum berichtete Ai Weiwei, der seit 2015 als Einstein-Professor an der Universität der Künste Berlin lehrt, über den prägenden Einfluss Duchamps auf seine eigene Praxis von Konzeptkunst.

OZ

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