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Kultur Rick Astley – Pop fürs schöne Leben
Nachrichten Kultur Rick Astley – Pop fürs schöne Leben
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10:50 02.08.2018
„Pst! Ich kann auch anders.“ Rick Astley hat sein nunmehr achtes Album veröffentlicht. Und es klingt abwechslungsreicher als seine Hits aus den Achtzigern. Quelle: BMG Rights
London

Dass er sie liebt, singt Rick Astley. Auch dass er sie braucht, ihre Berührung, undsoweiter. Schlagerfloskeln zu Discorhythmus und Streichern. Und im Refrain versichert Astley seinen Zuhörern dann, das Leben sei schön. Gibt man dem Leben nur eine Chance, dann lasse es einen sogar tanzen. Astley setzt auf Erfolg durch positives Singen. Und plötzlich hört man draußen die Vögel zwitschern.

Vor 31 Jahren hgab Rick Astley seinen Fans ein Versprechen

„Beautiful Life“ heißt der Song und das ist zugleich der Titel des achten Albums des Mannes von der Merseyside. Eines Sängers, der seinen Fans vor 31 Jahren das Versprechen gab: „Never Gonna Give You Up (Ich gebe dich/euch nicht auf)“.

Vielen färbte dieser Hit den Sommer 1987 rosarot, für die anderen war es der Beweis für das Ende der Popmusik – stumpfer Eurodance in seiner schlimmsten Ausprägung. Astley war damals (wie seine Leidensgenossinnen Kylie Minogue und Samantha Fox) Auftragssänger für die britische Popmaschinerie von Pete Waterman.

Als er dieser nach zwei Alben entkam, um endlich Musik nach seinem Geschmack zu machen, war seine Karriere im Nu auf dem absteigenden Ast. Die Fans gaben den Star auf. Vor zwei Jahren dann schoß Astleys Album „50“ zumindest zuhause im Kingdom wieder auf Platz 1.

Keine Wagnisse – stattdessen harmonischer Sommerpop

Jetzt legt er nach. Ein Dutzend polierter Songs schickt der 52-jährige hinterher. Absolut keine Wagnisse sind hier zu finden - poppige Sanftmütigkeiten wechseln mit poppigen Tanzbarkeiten und dann ist da noch „Last Night on Earth“ mit seinem Countryfolk-Flair.

Das meiste hier ist zum Mitsummen und -singen, deutlich abwechslungsreicher als damals in Astleys Hitzeit, wo die Produzenten sich allein auf die Singles konzentrierten und die Alben voll schlechten Füllmaterials waren.

Sommerpop. Die Stimme des reifen Rick Astley ist dabei gefühlvoll, erinnert oft an Elton John und bei „She Makes Me“ an den späten Roy Orbison. Die Pianoballade „Every Corner“ klingt in ihrem stakkatohaften Refrain vielleicht ein wenig zu sehr nach dem derzeitigen Millionenseller Ed Sheeran. Nicht nur der deutsche ESC-Vierte Michael Schulte weiß also, dass der Sheeran-Zug das Aufspringen lohnt.

Als Kind glaubte Astley den Geschichten, die ihm die Bands erzählten

Natürlich singt Astley auch von Traurigkeiten – zur Klampfe in „Empty Heart“, zum Klavier in „Try“. Aber das ist den Anforderungen an ein solches Album geschuldet. Privat ist alles gut, seit 30 Jahren ist er mit seiner Frau Lene zusammen, der das Album gewidmet ist, und die ihn beim Schreiben ebenso inspiriert hat wie Tochter Emilie.

Abschließend geht Astley bei „The Good Old Days“ durch die Platten, die ihm seine älteren Geschwister als Kind vorspielten, und singt davon, wie er alle Geschichten glaubte, die ihm Beatles, Rick Wakeman, Joni Mitchell, Supertramp, Queen und die Rolling Stones in ihren Liedern erzählten.

Den Song „Never Gonna Give You Up“ hat er übrigens auch nicht aufgegeben. Am liebsten spielt Astley ihn heute als gelegentlicher Gast bei Dave Grohls Foo Fighters. In einer punkigen Indierockversion. Wäre ein interessanter Bonustrack gewesen.

Rick Astley: „Beautiful Life“ (BMG Rights)

Von Matthias Halbig

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