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Kultur Alle meine „Lieblinge“
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00:00 20.07.2016

Dass eine Galerie in regelmäßigen Abständen eine Übersicht der neuen Werke ihrer Künstler zeigt, ist Usus. Doch zum 25. Jubiläum hat sich Galeristin Sabine Peters-Barenbrock selbst ein Geschenk gemacht und unter dem Titel „Lieblingsbild“ kurzerhand ihre eigenen Favoriten in die Galerie Peters-Barenbrock in Ahrenshoop auf dem Fischland/Darß geholt. „Die Ausstellung ist sehr subjektiv, eigentlich ist das fast eine Frechheit“, sagt sie mit einem Lächeln. Dennoch: Aufdrücken möchte sie ihre Sichtweise niemandem. „Es ist vielmehr ein Angebot für die Besucher, ihr eigenes Lieblingsbild zu entdecken“, sagt sie.

Und das dürfte bei einer Auswahl von rund 50 Werken der insgesamt 24 Künstler, darunter Namen wie Friedel Anderson, Gerd Mackensen oder Barbara Burck, nicht so leichtfallen. Doch gerade die Vielfalt an Stilen, Techniken und Materialien ist es, durch die die Ausstellung besticht.

Die zwei großformatigsten Werke „Der rote Apfel“ und „Erde und Feuer“ stammen von dem in Cammin lebenden Künstler Michael Lauterjung. Mit Acryl, Lack und Öl arbeitet dieser in mehreren Schichten auf Holz, erzeugt so Risse, die dem Hintergrund Tiefe und Struktur verleihen. Für Peters-Barenbrock sind die Werke durchaus sinnbildlich zu verstehen: „Der Apfel als Symbol für das pralle Leben aber darunter zeigen sich bereits erste Risse“, sagt sie.

Das Gegenteil von Struktur und Tiefe findet sich an der Wand nebenan, in den Ölbildern der Wuppertaler Malerin und Grafikerin Anke Wohlfart, die ihren Strandlandschaften durch einen dünnen, fast nebulösen Farbauftrag etwas Diffuses, seltsam Entrücktes verleiht und so eine subtile Spannung erzeugt. „Wir zeigen in jeder Sommerausstellung einen neuen Künstler. In diesem Jahr ist es Anke Wohlfart“, sagt Sabine Peters-Barenbrock begeistert.

Hinlänglich bekannt sein dürfte hingegen der von Kunstkritikern gern als „wichtigster Freiluftmaler Norddeutschlands“ bezeichnete Friedel Anderson, der sich in seinen Arbeiten ganz dem Realismus verschrieben hat und verlassene Räume und Landschaften oder – wie in der Ahrenshooper Galerie – ein simples Regal mit Aktenordnern zum Inhalt seines umfassenden Oeuvres macht. „Ich verehre ihn und bin froh, dass ich die Bilder bekommen habe“, sagt Sabine Peters-Barenbrock nicht ohne Stolz.

Ebenfalls am Herzen liegt ihr das Bild „Alice spielt Klee“ des Thüringers Gerd Mackensen. „Es ist ein wahres Meisterwerk der Malerei und hat eine unglaubliche Ausdruckskraft“, schwärmt sie. Für die Galeristin ist der umtriebige Künstler, der nicht nur malt, sondern auch zeichnet, sticht, formt, filmt und fotografiert, vieles: „Ein Fabulierer mit dem Bleistift, ein Zauberer der Farben“. Vor allem ist Mackensen jemand, der sich nicht in eine Schublade pressen – geschweige denn auf einen Stil festlegen lässt. Die Reihe ließe sich weiter fortsetzen, zum Beispiel mit der expressiven Farbigkeit der Indien- und Strand-Motive der Heisig-Schülerin Barbara Burck oder der filigranen Ornamentik einer Persis Eisenbeis. Besser ist es daher, sich selbst einen Eindruck zu verschaffen – die Gelegenheit dazu gibt es noch bis zum 21. August.

Stefanie Büssing

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