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Kultur Als Hiddenseer noch eigene Kühe hüteten
Nachrichten Kultur Als Hiddenseer noch eigene Kühe hüteten
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21:29 25.04.2018
Bis in die Achtzigerjahre hinein hatten viele Hiddenseer Privathaushalte noch eigene Kühe. Quelle: Werner Wust/heimatmuseum Hiddensee
Hiddensee

Das Sammeln und Bewahren sind zwei der Hauptaufgaben eines jeden Museums. Die Aufteilung 80 zu 20 (Magazin/Ausstellung) ist daher in vielen Museen Realität – auch im Hiddenseer Heimatmuseum. Nunmehr werden zwei große Sammlungen für die neue Sonderausstellung in der ehemaligen Seenotrettungsstation in Kloster ins Rampenlicht geholt: die kürzlich erworbene Sammlung von Arbeits-, Fischerei- und Haushaltsgeräten und die vor längerer Zeit dem Archiv überlassenen Hiddensee-Arbeiten des Fotografen Werner Wurst (1912 bis 1986) – kombiniert mit Anekdoten, Inselgeschichte und -geschichten. Die Sonderschau „Geschichte(n) erleben“ wird an diesem Sonntag um 17 Uhr eröffnet.Werner Wurst, in Dresden geboren und gestorben, war Werbefachmann und Autor – und Zeit seines Lebens ein leidenschaftlicher Fotograf. Als solcher hat er mit seiner Kamera auch das Wohl und Wehe auf Hiddensee dokumentiert. Er soll während der gesamten DDR-Zeit bis zu seinem Tod fotografisch tätig gewesen sein. Ein Beleg ist beispielsweise der 1968 im Verlag Brockhaus Leipzig erschienene Band „Die Insel Hiddensee“. In dem macht er aus seiner Liebe zu diesem Eiland keinen Hehl. „Wem es auf der Insel gefallen hat, dem wird der Abschied schwer.“ Ihm ging es so. Deshalb ist er immer wieder gekommen –zu allen Jahreszeiten.So ist es dann auch dokumentiert, dass manchmal ein Winter so kalt war, dass selbst die Ostsee zumindest teilweise zufror. So auch 1961. Und es soll Hiddenseer Kinder gegeben haben, die das sehr geschickt zu nutzen wussten. Sie rührten sich eine Komet-Eismischung zusammen und stellten diese abends zwischen die Eisschollen. Am nächsten Morgen konnten sie sich Speiseeis vom Strand holen.Natürlich hat Wurst auch das Hafenleben auf Hiddensee mit seiner Kamera festgehalten – die Fischer, aber auch die Ankunft der Inselgäste. Ein „Zeitvertreib“ der Hiddenseer Kinder war seinerzeit das Tragen beziehungsweise Transportieren von Koffern für die Gäste. Mit dem Handwagen oder dem Netzkarren stand man bereit und konnte sich so über den Sommer ein ordentliches Taschengeld verdienen. Feste Preise gab es nicht. In der Regel gab jeder Gast so viel, wie es ihm wert war. Heutzutage müssen die Hiddensee-Gäste selbst ran. Nahezu jedes Quartier hat einen Handwagen, der am Hafen bereit steht – und die Kinder haben das Nachsehen.Vorbei ist auch die Zeit, als Privathaushalte auf Hiddensee noch Kühe hatten. Das war bis in die Achtzigerjahre hinein anders. Viele Insulaner hatten eigene Kühe. Wenn es keine Hütegemeinschaft gab, wurden die Kühe angepflockt. Man gab ihnen jedoch nicht viel Strick. Daher war es notwendig, die Kuh gelegentlich umzupflocken. Einmal soll ein Fischer vom Frühschoppen gekommen sein, versetzte den Pflock und legte sich erst einmal neben die Kuh. Eine ältere Nachbarin kam aufgeregt zu dessen Ehefrau. Sie sah nicht mehr gut und dachte, die Kuh hätte gekalbt.Die ausgestellten Arbeits-, Fischerei- und Haushaltsgeräte sind dagegen nicht typisch für Hiddensee, sondern kamen an der gesamten Küste zum Einsatz. Einige wenige wurden von den Hiddenseern nachgebaut. Und das soll tatsächlich mit der einstigen Armut der Insulaner zusammenhängen.

Herold Chris-Marco

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