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Kultur Altkanzler Schröder stiftet Kirchenfenster – doch es gibt Widerstand
Nachrichten Kultur Altkanzler Schröder stiftet Kirchenfenster – doch es gibt Widerstand
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00:00 26.09.2018
Hannover

Eigentlich sollte das von Starkünstler Markus Lüpertz (77) gestaltete Glasfenster schon an diesem Reformationstag die Marktkirche in neues Licht tauchen.

Ein Ausschnitt aus dem Entwurf des Reformationsfenster Quelle: Foto: Dpa

Altkanzler Gerhard Schröder (72) will das 13 Meter hohe Werk des berühmten Malers seiner Heimatstadt Hannover schenken. Das hatte die evangelische Gemeinde im Frühjahr überraschend verkündet. Der stets dandyhaft gekleidete Lüpertz, der mit Schröder befreundet ist, gilt als einer der wichtigsten deutschen Künstler der Gegenwart. Doch jetzt liegt das Projekt auf Eis, die anvisierte Fertigstellung am 31. Oktober, dem neuen niedersächsischen Feiertag, ist nicht mehr zu schaffen.

„Die Realisierung des Projekts ist ein breit angelegter Prozess, zu dem neben bereits laufenden Gesprächen mit dem kirchlichen Denkmalschutz auch ein Gespräch mit dem in Japan lebenden Erben von Dieter Oesterlen gehört, der den Wiederaufbau der Marktkirche nach dem Zweiten Weltkrieg als Architekt prägte“, sagt Landessuperintendentin Petra Bahr, Regionalbischöfin des Sprengels Hannover

. „Dieses Gespräch soll nun Anfang Oktober stattfinden und ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Umsetzung.“ Erst danach könne die zeitliche Planung fortgeführt werden.

Die Kosten sollen rund 100 000 Euro betragen. Nach Kirchenangaben will der Altkanzler dafür Vortragshonorare von Verbänden und Unternehmen in Deutschland weitergeben. Katholik Lüpertz gestaltete schon in der Vergangenheit Fenster von Gotteshäusern, etwa in der Dominikanerkirche Sankt Andreas in Köln. Im Juni stellte er seinen Entwurf in der Marktkirche vor. Im Mittelpunkt steht dem Künstler zufolge Luthers Kampf gegen das Böse. Zu sehen sind in der eher düsteren Szenerie unter anderem eine weiße Gestalt mit erhobenen Armen und fünf fette schwarze Fliegen.

Die Marktkirchen-Pastorin Hanna Kreisel-Liebermann erreichten nach der Bekanntgabe des „großzügigen Geschenks“ auch kritische Briefe: Einigen Gemeindemitgliedern gefiel der Stifter Schröder wegen dessen Nähe zu Putin nicht, andere wollten die helle Schlichtheit des Baus im Stil der norddeutschen Backsteingotik erhalten. Nachkriegs-Architekt Oesterlen hatte selbst von der „schmucklosen Wucht und ruppigen Großartigkeit“ des Innenraums gesprochen und es im Südschiff bei einfacher Verglasung belassen. Bedenken hatte deshalb der Pastorin zufolge auch der Oesterlen-Erbe angemeldet. C. Sticht

OZ

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