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Kultur Anna Amalia Bibliothek: Immer mehr „Aschebücher“ restauriert
Nachrichten Kultur Anna Amalia Bibliothek: Immer mehr „Aschebücher“ restauriert
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00:00 20.10.2017
Weimar

. Die Schadensbilanz liest sich verheerend. 50000 Bände sind verbrannt, weitere 25 000 schwer beschädigt; „Aschebücher“ werden sie genannt. Noch einmal 37 000 Bände haben Brandspuren oder Flecken vom Löschwasser abbekommen, 56000 sind von Ruß und Rauchgasen gezeichnet. Am 2. September 2004 zerstört der größte Bibliotheksbrand der Nachkriegsgeschichte große Teile der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar, gegründet 1691. In der Schreckensnacht geben mehr als 100 Weimarer Bürger Buch für Buch von Hand zu Hand weiter. Dem damaligen Kulturdirektor der Stadt ist das Bild der Menschenkette bis heute gegenwärtig. „Es war anders als sonst bei einem Brand“, erinnert sich Felix Leibrock. Statt Wassereimer reichten sich die Menschen die kostbaren Stücke aus der Bibliothek zu, in entgegengesetzter Richtung.

Vor zehn Jahren, am 24. Oktober 2007, wurde die sanierte Bibliothek mit dem Rokokosaal dann wiedereröffnet.

Das historische Gebäude war damals noch eine Baustelle; der Bibliotheksdirektor heißt Michael Knoche. Reinhard Laube ist seit Oktober 2016 der Direktor. Auch unter seiner Leitung ist die Restaurierung der geschundenen Bücher noch in vollem Gang. Von den 25000 „Aschebüchern“ gilt ein Fünftel als restaurierungsfähig. Zusammen macht das stolze 1,2 Millionen Blatt. Sie werden mit einem in Weimar entwickelten Spezialverfahren behandelt, in der eigenen Werkstatt im nahen Legefeld. Insgesamt seien 2004 die Kosten für die Restaurierung der insgesamt 118000 beschädigten Bücher mit 20 Millionen Euro veranschlagt worden. Davon wurden nach den Angaben von Direktor Laube bislang 16,7 Millionen Euro ausgegeben. Bis 2024 rechne die Bibliothek mit jährlich weiteren 1,2 Millionen Euro für die Behandlung der Bücher. „Das ist eine generationenübergreifende Aufgabe, die auch in Zukunft die Strategie und Handlungsfelder der Bibliothek bestimmen wird“, so Laube.

Dirk Löhr

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