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Arndt Bause - Auf der Tonleiter in den Schlagerhimmel

Berlin Arndt Bause - Auf der Tonleiter in den Schlagerhimmel

Wie am Fließband schrieb er Ohrwürmer für Schlagersänger in der DDR. Viele wurden damit zu Stars. Mit „Gold in deinen Augen“ begann 1972 etwa die erfolgreiche Karriere von Frank Schöbel.

Berlin. Wie am Fließband schrieb er Ohrwürmer für Schlagersänger in der DDR. Viele wurden damit zu Stars. Mit „Gold in deinen Augen“ begann 1972 etwa die erfolgreiche Karriere von Frank Schöbel. „Erna kommt“ war das Lied, mit dem aus dem unbekannten Wolfgang Lippert der Hit-Sänger „Lippi“ wurde. Und „Jetzt kommt dein Süßer“ klingt noch immer im Ohr, wenn man an Helga „Henne“ Hahnemann denkt. Mehr als 1300 Titel hat Arndt Bause komponiert. Auch Filmmusik schrieb er – etwa für „Die fliegende Windmühle“. 2003 starb er mit 66 Jahren an einer Lungenembolie.

Heute wäre Bause 80 Jahre alt geworden. Wenn es nach den Eltern des gebürtigen Leipzigers gegangen wäre, hätte sich die Geschichte des DDR-Schlagers ganz anders entwickelt. Sie wollten, dass ihr Junge nach der Glasapparatebläser-Ausbildung in diesem „richtigen Beruf“ bleibt. Doch Arndt war so vom Boogie-Woogie fasziniert, dass er zuhause mit knapp 18 verkündete: „Ich bin Musiker. Ich mache Musik.“

„Für mich war er ein Genie“, sagt seine Tochter Inka (48), für die er auch erfolgreich komponierte („Spielverderber“), im Interview. „Er war süchtig danach, Melodien zu schreiben – egal für wen. Wenn ihn die Muse geküsst hat, hat er sie auf Zettel, Servietten oder Tischdecken schnell aufgeschrieben.“ Die jüngste der drei Bause-Töchter, bekannt etwa als Moderatorin der RTL-Kuppelshow „Bauer sucht Frau“, hat nun zum 80. Geburtstag ihres Papas dessen Biografie aus dem Jahr 2001 überarbeitet.

„Mir stand in dem Buch zu viel im Raum, was ich nicht stehen lassen wollte“, sagt sie. In der Biografie „Auf der Tonleiter in den Schlagerhimmel. Geschichten meines Vaters“ schreibt Inka zu diesem Projekt: „Ich würde das nicht machen, wenn ich nicht fast jeden Tag meines Lebens an meinen Vater denken würde, ihn vermisse.“ Und: „Viel Spaß beim Erinnern - an ein Land, eine Melodie, ein Gefühl.“

Er produzierte seine Lieder überall: beim Rundfunk, beim Fernsehen und bei der Schallplattenfirma Amiga. Songs von ihm gelangten bis in die Hit-Paraden im Westfernsehen.

Nach dem Mauerfall hatte er keinen Erfolg mehr. Tochter Inka sagt heute: „Er war zuvor ein Drahtzieher – aber im neuen System nicht mehr. Er hat nicht begriffen, warum er keine Chance mehr bekommen hat.“Sophia-Caroline Kosel

OZ

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