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Kultur Auf der Suche nach dem neuen Blick auf Ikonen
Nachrichten Kultur Auf der Suche nach dem neuen Blick auf Ikonen
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00:00 10.02.2018
Greifswald

Es muss ein früher Morgen gewesen sein in Venedig. Die Gebäude am anderen Ufer scheinen im Dunst zu verschwimmen, auch die zwölf Gondeln im Vordergrund liegen stumm, aber beweglich da. Es ist ein bekanntes Motiv der berühmten Stadt auf Stelzen, und doch hat man es so noch nicht gesehen. Es wird irritiert durch die unscharfen Boote, den kargen Blick auf die Stadt.

Das ist die Spezialität der beiden Fotografen Ina Forstinger und Gerald Berghammer. Zusammen nennen sich die beiden Österreicher „Silverfineart“. Bekannte Motive neu bewertet – dafür liefern sie derzeit in der Galerie STP, das Nachbarausstellungshaus der Galerie Schwarz, rund 30 gute Beispiele. Der Eiffelturm ragt an einem trüben Tag in die Höhe, der Vordergrund ist karg und grau. Stadt der Liebe? Pustekuchen. Im Bild daneben wird die Spitze des Eiffelturms umrankt von Ästen, die sich spielerisch und barock in den Vordergrund drängen, während der schlichte Turm eher in den Hintergrund tritt.

Das Empire State Building in New York ist gleich doppelt zu sehen, weil es sich in einem Schaufenster spiegelt. Die beiden Fotografen inspirierte dies zu einer Echt-oder-Spiegelung-Augenfalle. Die berühmten kalifornischen Palmen ragen dürr und schwarz in die Höhe, während vorn ein alter VW-Bus vorbeirumpelt. Die berühmte Golden Gate Bridge erscheint eigenartig gestaucht, sie wirkt gar nicht so spektakulär, wenn nicht die weit ausschwingende Tragekonstruktion ins Szene gesetzt wird.

Geht es Forstinger und Berghammer darum, bekannte Perspektiven zu dekonstruieren und Ikonen auf ihren reinen Sachwert zu reduzieren? Nicht unbedingt. Denn durch Perspektivwechsel und Irritation wirken die Motive gerade reizvoll, der Betrachter ist geneigt, seine bisherige Wahrnehmung infrage zu stellen, um eine frische Position zu wählen, die den neuen Blick auf vermeintlich Bekanntes ermöglicht.

Um solche Motive zu finden, streifen die beiden Fotografen durch die ganze Welt, oft frühmorgens, um menschenleere Szenerien zu erhaschen. Sie sind immer zu zweit unterwegs, um später die entstandenen Motive zu mischen. Ausstellung: Bis 31. März, Galerie STP (Lange Straße 21, Greifswald), www.galerie-stp.de

Matthias Schã¼mann

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