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Kultur Insolvenz: Aus für Festspiele Wismar
Nachrichten Kultur Insolvenz: Aus für Festspiele Wismar
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15:31 07.12.2018
Klassikertage Wismar: "Der Drache" Quelle: Nicole Hollatz
Wismar

Aus für die Klassikertage Wismar. Nach nur sechs Spielzeiten bleibt der Vorhang geschlossen – für immer. Der Verein Festspiele Wismar, der für die aufwendigen Theaterproduktionen verantwortlich war, hat einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Schwerin eingereicht. „Bereits in der Spielzeit 2017 ist nach dem Erfolg aus 2016 ein Minusbetrag im fünfstelligen Bereich stehen geblieben“, heißt es darin. Dem Verein sei es nicht gelungen, 2018 sämtliche Kosten zu decken. Das Risiko, am Ende der nächsten Spielzeit erneut Verluste hinzunehmen, wolle man nicht riskieren, daher ziehe man nun die Reißleine.

„In dieser Größenordnung war die Veranstaltung nicht mehr zu stemmen“, sagt der künstlerische Leiter Sascha Gluth. Zur Finanzierung sei ein deutlich größerer Anteil an Sponsoren und Fördermitteln nötig. „Wismar als Festspiel-Stadt mit seiner einmaligen Veranstaltungskirche, leider ist es uns nicht gelungen, genug Unterstützer für diese Vision zu finden“, so Gluth. Mehr Sponsoren aus der hiesigen Wirtschaft, mehr Sichtbarkeit im Stadtbild. „Auch das Land hätte unsere Vision mitentwickeln und finanziell stärker fördern können“, sagt er. 2018 habe es zwar eine Förderung von 25 000 Euro aus dem Kultusministerium gegeben, weitere 25 000 sollten für 2019 bereitgestellt werden. „Für so eine große Produktion ist das aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“, so Gluth.

Viele kleine Kulturträger kämpfen ums Überleben

Im Gegensatz zu den von Land und Städten Co-finanzierten Theatern des Landes kämpfen viele kleinere Produktionen täglich um die Finanzierung und die Gunst der Zuschauer. „Wir versuchen jedes Jahr, Projektmittel aus verschiedenen Fördertöpfen zu bekommen“, sagt Henriette Sehmsdorf, künstlerische Leiterin des Opernale Instituts für Musik und Theater in Sundhagen. „Aber ob die auch tatsächlich bewilligt werden, ist jedes Mal fraglich.“ Rund 150000 Euro kostet die neue Produktion „Clanga pomarina. Die Oper“, mit der der Verein 2019 durchs Land ziehen will. „Unser Vorteil ist, dass wir die Angebote an unsere finanziellen Möglichkeiten anpassen können. Zur Not gibt es auch mal eine kleinere Produktion.“

„Wir schreiben zwar schwarze Zahlen, aber trotzdem ist es nicht einfach. Schon eine regnerische Saison kann zur heftigen Nummer werden“, sagt Peter Venzmer, Intendant des Piraten Open Air Theaters Grevesmühlen. Schwierig finde er zudem, dass immer mehr staatliche Häuser ebenfalls Open-Air Veranstaltungen anbieten. „Die können mit dem öffentlichen Geld ganz anders umgehen, so dass wir nicht auf Augenhöhe konkurieren.“

„An der Grenze zur Selbstausbeutung“

Rund 390 Vorstellungen präsentiert die Rostocker „Compagnie de Comédie“ pro Jahr. Als Teil der freien Kulturszene gibt es zwar 75 000 Euro Landesmittel und 169 000 Euro von der Stadt Rostock. „Wir schaffen es zwar irgendwie, übers Jahr zu kommen“, sagt Leiterin Martina Witte, „aber das ist schon an der Grenze zur Selbstausbeutung. Letztlich machen wir ein Programm für 12 Monate, spielen quasi ohne Pause.“

Auch Marcel Glöden,Veranstalter der Sundkonzerte, verkündete Anfang Dezember das Aus für seine Stralsunder Konzertreihe. Grund sei die „mangelnde Unterstützung“ vonseiten der Landesregierung, zumal Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) dem Unternehmer mehrfach zugesichert hatte, die Konzertreihe aus dem Vorpommern-Fonds fördern zu wollen. Die zugesagten Fördermittel seien allerdings nie angekommen.

Mehr lesen:

Das sagen die Wismarer zum Aus für die Klassikertage

Kommentar: Letztlich entscheidet das Publikum

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