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Aus für Orangerie als Ausstellungsort?

Putbus Aus für Orangerie als Ausstellungsort?

Kulturstiftung Rügen will ihren Fundus in Putbus einlagern, doch es gibt Streit um die Nebenkosten

Putbus. Rund 1650 Werke umfasst die Kunstsammlung der Kulturstiftung Rügen. Noch befindet sich der Stiftungsbestand im Sassnitzer Sparkassen-Gebäude an der Hauptstraße, doch der Countdown läuft: Weil die Sparkasse voraussichtlich Ende Februar in die Rügen-Galerie Sassnitz umzieht, muss die Kulturstiftung einen anderen Ort finden, an dem sie die Kunstwerke lagern kann – und das nicht nur möglichst schnell, sondern auch möglichst günstig. Scheitert das Unterfangen, könnten die Ausstellungen in der Orangerie, die nicht nur für Rügen, sondern auch landesweit Bedeutung haben, schon bald Geschichte sein.

„Was mit den Bildern der Kulturstiftung passiert, ist noch nicht entschieden“, sagt Kati Ambrosat, Sprecherin der Sparkasse Vorpommern. Damit meint sie die Werke, die bisher öffentlich in der Sparkasse gezeigt wurden. Mit dem Umzug soll ein neues Filialkonzept der Sparkasse umgesetzt werden. „Das ist sehr modern, die Frage ist, ob die Bilder da reinpassen“, sagt Ambrosat. Fest stehe jedoch, dass es für die eingelagerten Werke aus dem Fundus der Stiftung am neuen Standort keinen Platz gebe.

Eine Idee, wo diese Werke künftig gelagert werden könnten, hat Herbert Ostermoor, Vorsitzender der Kulturstiftung Rügen, bereits. Ostermoor denkt an die Orangerie Putbus – genauer gesagt, den vorderen und den oberen Teil des linken Flügels, in dem zurzeit noch die Kurverwaltung Putbus untergebracht ist. Die Putbus-Information war Ende Januar in die Alleestraße 2 umgezogen. Den anderen Teil des Gebäudes nutzt die Kulturstiftung seit Januar 2011, um Exponate ihrer Sammlung und wechselnde Ausstellungen zu zeigen. „Es wäre ideal für die Stiftung. Wir sind im Moment in Verhandlungen mit der Stadt Putbus. Das Problem sind die Nebenkosten“, sagt Ostermoor.

Denn: Die Stiftung finanziert ihre Arbeit in erster Linie aus den Zinsen des Stiftungskapitals, das zurzeit rund 1,5 Millionen Euro beträgt. Aufgrund sinkender Zinssätze kämpft die Einrichtung seit Jahren mit einem Rückgang finanzieller Mittel. „Für jede Ausstellung müssen wir zusätzliche Sponsoren suchen“, so Ostermoor. Auch, was die Miete der Orangerie als Ausstellungsort angeht, ist die Kulturstiftung auf die Unterstützung vom Landkreis – der neben einem Teil der Miete auch sechs Ausstellungen pro Jahr fördert – und der Stadt Putbus angewiesen. Diese verzichtet sei Jahren auf die Nebenkosten. Das müsste sie auch bei den Räumen des linken Flügels tun, wenn die Stiftung ihren Fundus künftig in der Orangerie einlagern sollte – zumindest wenn es nach Ostermoor geht. Die Kulturstiftung sei aber bereit, 500 Euro Miete monatlich zu zahlen.

Doch Beatrix Wilke, Bürgermeisterin von Putbus, wiegelt ab. „Wir würden uns natürlich freuen, wenn der Fundus der Kulturstiftung dort einzieht. Es würde passen und wäre für uns eine runde Sache“, sagt sie. Auf die Nebenkosten verzichten könne die Stadt aufgrund der aktuellen Haushaltslage jedoch nicht, stellt Wilke klar.

Das kann Ostermoor nicht nachvollziehen: „Unsere finanzielle Situation muss doch auch der Bürgermeisterin einleuchten. Wir leisten Hunderte von ehrenamtlichen Arbeitsstunden, um die Ausstellungstätigkeit aufrechtzuerhalten. Für die Stadt eine Bereicherung.“ Mit den 500 Euro, ist er sich sicher, seien für die Stadt die Nebenkosten bereits gedeckt – allerdings ohne Gewinn. „Für die Stadt wäre das ein Nullsummenspiel. Aber dass der Eigenbetrieb der Stadt, der die Räume vorher gemietet hat, einen Gewinn ausgeschüttet hat, glaube ich nicht“, betont Ostermoor.

Er ist bereit, ans Äußerste zu gehen: „Bei der derzeitigen Haushaltslage der Kulturstiftung wäre die Alternative, dass wir die Ausstellungstätigkeit einstellen und uns nur noch auf die Förderung von Projekten konzentrieren. Aber wenn wir aus der Orangerie ausziehen, müsste die Stadt die Räume trotzdem instand halten und würde sogar noch draufzahlen.“

Stefanie Büssing

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