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Außergewöhnlicher Hummelflug

Schwerin Außergewöhnlicher Hummelflug

Klassik trifft Moderne und begeistert Publikum bei Schweriner Ballett-Premiere.

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Kellymarie Sullivan und Maxim Perju tanzen.

Quelle: Silke Winkler

Schwerin. Kontraste bringen Spannung, auch im Theater: Nach der konservativ-klassischen „Coppélia“-Inszenierung zu Beginn der Spielzeit präsentierte die kleine Ballettcompagnie am Donnerstag im E-Werk mit dem Tanzstück „Hummelflug“ so etwas wie einen Gegenentwurf. Der Untertitel des Kammertanzabends weist die Richtung: „Klassik trifft Moderne“. Das Premierenpublikum war von Idee und Umsetzung begeistert.

Schwerins Ballettdirektor Sergej Gordienko und Lode Devos, Ballettdirektor in Chemnitz, entwickelten eine Produktion voller Brüche und Widersprüche — die gerade deshalb stimmig ist. Die leere, fast kahle Bühne und die reduzierten Kostüme in kühlem Blau (auch von Gordienko/Devos) bilden den Rahmen für die getanzte Kompositionshistorik vom 13. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Sie beginnt mit Corpus Domini und endet bei Aerosmith, zwischen Vivaldi und Haydn passt Green Jelly, Nirvana und Tom Waits sind Klammer für Bach. Um genau zu sein für „Bach to Afrika“ vom Ensemble „Lambarena Bach to Afrika“. Eine Verbeugung vor dem Komponisten sowie vor dem „Urwalddoktor“ und Bachforscher Albert Schweitzer — getanzt als kraftvolles Pas de deux von Julio César Miranda Maldonado und Ivan Kozyuk.

Gordienko und Devos deklinieren in ihrer Choreographie die Elemente klassischen Balletts durch — von Arabesque über Battement, Cabriole zu Plié, finden daraus dann ihre eigene Sprache. Die von den sieben Damen und acht Herren des Balletts eindrucksvoll umgesetzt wird. Bei einem so kleinen Ensemble ist eigentlich jeder Solist/in — was die Choreographen geschickt einsetzen, die individuellen Stärken der Tänzerinnen und Tänzer nutzend. So ist der „Hummelflug“ eine Art „running gag“ durch den Abend, gewitzt-charmant interpretiert von Maxim Perju.

Künstlerische Projekte wie dieses sind stets Angebot ans Publikum, eigene Assoziationen zu den getanzten Bildern zu entwickeln: Wie passen Heavy Metal und die Kindermär von den drei Schweinchen zusammen? Tanz als Sehenlernen durch andere, im anderen eigene Geschichte finden. Dieser Kammertanzabend ist gemacht für jene, die nicht mit fertiger Meinung hineingehen, sondern mit neuen Erkenntnissen herauskommen wollen. Das Ballett ist zwar eine alte Kunstform — aber keine museale. Leben ist Veränderung, ist Bewegung. Nächste Vorstellung: 14. April, 18.00 Uhr im E-Werk

Karin Gustmann

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