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Aussteller aus dem Nordosten zufrieden mit Buchmesse

Leipzig/Schwerin Aussteller aus dem Nordosten zufrieden mit Buchmesse

23 Verlage aus MV präsentierten sich / Stände waren dicht umlagert / Leipziger Lesefest rangiert bei Unternehmen noch vor der Buchmesse in Frankfurt am Main

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Gedränge in der Leipziger Buchmessehalle: Wegen des Besucheransturms wurden sogar „Einbahnstraßen“ eingerichtet.

Quelle: Jan Woitas

Leipzig/Schwerin. Vom neuerlichen Besucherboom auf der Leipziger Buchmesse haben auch Verlage aus Mecklenburg-Vorpommern profitiert. Die Stände seien stets dicht umlagert gewesen, die Neuerscheinungen bei Buchhändlern wie Lesern auf großes Interesse gestoßen, stellten Vertreter mehrerer Aussteller aus dem Nordosten zum Abschluss der viertägigen Messe fest.

Mit rund 260 000 Besuchern in den Messehallen und beim Lesemarathon in der Stadt verzeichnete die zweitgrößte Branchenmesse Deutschlands einen neuen Rekord. Wegen der großen Publikumsresonanz stufen viele Verlage die Messe in Sachsen noch vor der bekannteren in Frankfurt/Main ein. Unter den 2200 Ausstellern in Leipzig waren 23 aus Mecklenburg-Vorpommern.

„Wir hatten immer viele Besucher an unserem Stand. Solche Messen sind für uns Gradmesser für die Akzeptanz des Angebots beim Leser und ein wichtiger Treffpunkt“, sagte der Leiter des Steffen Verlags in Friedland (Mecklenburgische Seenplatte), Jörn Runge. Der direkte Kontakt zu den inhaber-geführten Buchhandlungen, der jeweils zu Messebeginn im Mittelpunkt stehe, sei gerade für die kleinen Verlage sehr wichtig.

„Diese Buchhändler müssen sich gegen die großen Platzhirsche behaupten und sind deshalb auch immer auf der Suche nach dem Besonderen“, sagte Runge. Sein Verlag präsentierte 123 Titel in Leipzig, darunter 13 Neuerscheinungen. Auf besonderes Interesse sei ein illustrierter Band mit Aphorismen von Hans Fallada gestoßen. Die inhaltsreichen Textzeilen hatten die Herausgeber Erika Becker und Werner Sagner aus den Werken Falladas zusammengetragen.

Der Schweriner Demmler-Verlag präsentierte wenige Wochen nach dem tragischen Unfalltod des Naturfotografen Rico Nestmann dessen Bildband über Kraniche, „Graue Tänzer an Bodden und Meer“. Die Vorstellung, die der Autor ursprünglich selbst vornehmen wollte, fand in der Messehalle ein überaus großes Publikumsinteresse.

„Die Nachricht von dem Unglück hat uns mitten in der Messevorbereitung getroffen und schockiert. Es stand aber für uns sofort fest, dass wir das Buch präsentieren. Das sind wir dem Wirken Rico Nestmanns und dem Menschen selbst schuldig. Wir hatten noch viele gemeinsame Projekte vor“, sagte Verlagsleiter Lutz Gebhardt. Nestmann war Anfang Februar im Alter von 46 Jahren ums Leben gekommen, als er einen Ansitz für Tierbeobachtungen in einem Baum reparieren wollte und aus großer Höhe abstürzte.

Auch der größte Verlag Mecklenburg-Vorpommerns, der Hinstorff Verlag in Rostock, zog ein positives Messefazit. „Die Besucherfrequenz war enorm. Viele Besucher kamen gezielt zu uns, um sich über das neue Angebot zu informieren“, sagte Verlagsvertreter Fridtjof Melms. Neben den Kinderbüchern hätten vor allem auch die neuen Bildbände über die Ostsee und die Kalender mit norddeutschen Motiven Interesse hervorgerufen.

Gute Resonanz hätten erneut auch Ostsee-Krimis gefunden. „Jeweils im Frühjahr und im Herbst kommen zwei neue Bücher in dieser Reihe heraus, die inzwischen ein Stammpublikum hat und auch immer neue Leser dazugewinnt“, stellte Melms fest. Zudem verwies er auf den dritten und letzten Band der Graphic Novel von Kristina Gehrmann, „Im Eisland“, über die Expedition des Polarforschers Sir John Franklin. Für Herbst kündigte der Hinstorff Verlag bereits eine neue Graphic Novel über den legendären Seefahrer Klaus Störtebeker an.

Buchmesse verzeichnet 2016 Besucherrekord

Neuer Besucherrekord bei der Leipziger Buchmesse: 260 000 Besucher wurden auf dem Messegelände und dem Lesefestival „Leipzig liest“ gezählt. Das sind 9000 mehr als 2015. „Wir haben ein sehr stimmungsvolles Bücherfest erlebt mit begeisterten Besuchern und zufriedenen Ausstellern“, sagte Messe-Direktor Oliver Zille.

2250 Aussteller aus 42 Ländern hatten in Leipzig vier Tage lang ihre Neuheiten rund ums Buch präsentiert. Themenschwerpunkt war die Flüchtlingsbewegung und deren Herausforderungen für die europäische Gesellschaft. Der Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik ging an Guntram Vesper („Frohburg“).

Von Frank Pfaff

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