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Kultur Ausstellung vermischt Fernweh und Heimat
Nachrichten Kultur Ausstellung vermischt Fernweh und Heimat
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00:16 25.04.2018
Die Hobby-Malerin Katja Wolter stellte 32 ihrer Werke dem Landratsamt zur Verfügung. Quelle: Fotos: P. Binder, H. Ewert
Greifwald

Die Gemälde heißen „Fernwehmeer“ oder „Nordische Stimmung“. Sie sind geprägt von Farben, die die Weite des Meeres oder des Himmels widerspiegeln und so beruhigend wirken sollen. Die Farbe Blau ist mal dominant, mal reduziert auf fast jedem Bild zu sehen und geht über in warme Töne wie Orange oder Rot. Katja Wolter lässt sich von Strukturen der Natur inspirieren. Für sie ist das ein Ausdruck von Heimat. Seit dieser Woche sind die Bilder der Hobby-Malerin im Foyer des Landratsamtes unter dem Titel „Gedanken in Fernwehblau“ zu sehen.

Wenn ich mir die Bilder anschaue, sagen mein Herz und mein Kopf sehr viel.Barbara Syrbe, Landrätin

Denn die studierte Betriebswirtin kennt sowohl das Fernweh, als auch das Heimweh nur zu gut. In jedem einzelnen Öl- oder Aquarellbild verarbeitete die 40-Jährige ein Stück Heimat. „Mein Vater hat mir immer Sand aus Zingst oder Lubmin mitgebracht, als ich noch in Frankfurt am Main gelebt habe. Den habe ich dann mit den Farben vermischt“, verrät die Künstlerin. Wolter zog es bereits nach Australien, Neuseeland und Südamerika. Sie war beruflich in Berlin und Hamburg unterwegs, ehe sie sich in Greifswald selbstständig machte und das Steinbeis-Institut für Ressourcen-Entwicklung gründete.

Seit ihrem 23. Lebensjahr beschäftigt sich Wolter mit Kunst: „In meiner ersten Wohnung waren die Wände so kahl, also fing ich an zu malen.“ Einige Zeit später in Berlin hatte sie dann eine Wohnung, in der sie sich im oberen Teil ein Atelier eingerichtet hat. „Für mich gibt es nur eine Regel: Man darf nie nach dem Malen aufräumen. Alles muss so stehen bleiben, wie man es verlassen hat.“ Sonst, so sagt Wolter, verlasse sie ihre Kreativität. In ihrem Atelier verzichtete sie auf eine Staffelei: „Ich habe immer auf dem Boden gemalt. Ich fand es so besser, um alles zu vermischen.“

Noch vor wenigen Monaten lagerten die 32 Werke im Haus von Wolters Mutter. Für Landrätin Barbara Syrbe (Die Linke), ist es umso erfreulicher, dass diese nun im Foyer der Kreisverwaltung hängen. „Wenn ich mir diese Bilder anschaue, sagen mein Herz und mein Kopf ganz viel“, so Syrbe, die das Landratsamt schon mal mit einer Galerie vergleicht. Denn es ist nicht die erste Ausstellung, die in der Kreisverwaltung einen Platz findet. Bereits die Exposition von 200 Werken der Maler Dieter und Gerhard Fuhrmann lockte Hunderte Besucher in das Amt, der Ausstellungszeitraum wurde sogar verlängert.

Wolters Gemälde berühren, findet Renate Klamm. Die 70-Jährige ist stolz auf ihre Großnichte. „Es ist wundervoll, wie viel Herz und Seele Katja in die Bilder gesteckt hat. Das sieht man ihnen auch sofort an“, resümiert Klamm, eine von etwa 30 Personen, die zur Vernissage in dieser Woche gekommen sind.

Auch wenn Wolter schon einige Kaufangebote für die Bilder bekommen hat, will sie keines hergeben: „Ich wüsste auch gar nicht, was ich dafür nehmen sollte“, scherzt die Mutter einer vierjährigen Tochter, die ihrem Fernweh bald wieder folgen wird. Denn für sie und ihre kleine Familie geht es in einem umgebauten THW-Mobil für zweieinhalb Monate über Rumänien, Bulgarien und die Türkei nach Georgien, um den Kaukasus zu erkunden. Ob Wolter danach wieder zum Pinsel greift, bleibt abzuwarten.

Die Ausstellung ist noch bis zum

15. Juni im Landratsamt zu sehen.

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