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Kultur Autoren stellen sich vor: Leipziger Buchmesse
Nachrichten Kultur Autoren stellen sich vor: Leipziger Buchmesse
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09:52 08.03.2013
Die deutsche Literaturwelt trifft sich wieder in Leipzig. Foto: Peter Endig
Leipzig

Der klassische Buchhandel leidet, die E-Books boomen, Lesungen sind so beliebt wie nie zuvor: Die Buchbranche präsentiert sich 2013 widersprüchlich. In diesem Umfeld wird die Leipziger Buchmesse zu einem ersten Stimmungstest des Jahres. Vom 14. bis 17. März präsentieren sich 2063 Aussteller auf dem Leipziger Messegelände. Dass die Zahl ähnlich hoch ist wie im Vorjahr (2071), wertet Messe-Direktor Oliver Zille als gutes Zeichen. Das Interesse am Lesen sei ungebremst, sagt er.

Die Leipziger Buchmesse, nach Frankfurt das zweitgrößte Branchentreffen Deutschlands, setzt traditionell auf den direkten Kontakt von Verlagen und Autoren zum Publikum. Das Messe-begleitende Festival „Leipzig liest“ ist ausgebaut worden. 2900 Autoren und Mitwirkende (Vorjahr: 2780) stellen sich den Zuhörern. An 365 Orten quer über die Stadt verteilt gibt es Lesungen. Mit dabei sind auch ungewöhnliche Plätze: Krimifans sind etwa ins Landgericht eingeladen, auch Schulen und Kindergärten werden zu Lesebühnen. „Leipzig liest“ ist nach Messe-Angaben Europas größtes Lesefestival.

„Unsere Aufgabe sehen wir darin, für das Lesen und die Literatur zu begeistern“, betont Zille. Dementsprechend finde auf der Messe die hohe Literatur ebenso ihren Platz wie Promis, die ihre Biografien im Gepäck haben. Zum Beispiel wird Schauspieler Heiner Lauterbach seine Memoiren „Man lebt nur zweimal“ vorstellen, und auch Waldemar Hartmann oder Werner Böhm alias Gottlieb Wendehals blicken auf ihre Karrieren zurück. Erwartet wird zudem Michail Gorbatschow mit seiner Autobiografie „Alles zu seiner Zeit. Mein Leben“.

Einer der Messe-Höhepunkte ist die Verleihung des Preises der Leipziger Buchmesse am 14. März. Er ist mit insgesamt 45 000 Euro dotiert und wird in den Kategorien Belletristik, Übersetzung und Sachbuch/Essayistik vergeben. In der Belletristik verspricht sich Messe-Chef Zille in diesem Jahr eine Überraschung, da durchweg junge Autoren nominiert worden sind: Ralph Dohrmann („Kronhardt“), Lisa Kränzler („Nachhinein“), Birk Meinhardt („Brüder und Schwestern“), David Wagner („Leben“) und Anna Weidenholzer („Der Winter tut den Fischen gut“).

Dass seit einigen Jahren das Selfpublishing boomt und immer mehr Nachwuchs-Autoren ihr Glück als unabhängige Selbstverleger versuchen, nimmt die Messe mit einem weiteren Preis auf. Der neue Indie-Award „autoren@Leipzig“ ist in den Kategorien Belletristik und Sachbuch mit je 3000 Euro dotiert. Nach Messe-Angaben gab es mehr als 400 Einreichungen für diesen Preis. Auch bei den „autoren@Leipzig“ sieht sich die Messe laut Zille in einer Vermittlerrolle: Selbstverleger sollen ihr Publikum finden, aber auch große Verlage talentierte Schriftsteller entdecken können.

Die Buchmesse-Macher rechnen mit ähnlich vielen Besuchern wie 2012. Damals waren 163 500 Gäste gezählt worden. Ob die Leipziger Buchmesse tatsächlich die erhofften Impulse setzen kann, wird sich zeigen. Die Vorzeichen stehen in der Branche eher nicht auf Wachstum. Nach Angaben des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels sank der Branchenumsatz 2012 um ein Prozent. Auch 2011 war er zurückgegangen.

dpa

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